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Kindgerecht, aber nicht verspielt

Wenn Architektur Kinder berücksichtigt und fördert

„Das ist doch nur für uns“, schallt es lachend aus den Mündern der Drei- bis Sechsjährigen. Ja,... mehr
„Das ist doch nur für uns“, schallt es lachend aus den Mündern der Drei- bis Sechsjährigen. Ja, schade, denken sich da die Eltern beim Anblick der winzigen, farbigen Spielerker und stellen fest, dass der Wunsch nach höhlenartigen Rückzugsbereichen keine Frage des Alters ist. Wie gerne man nochmals Kind sein möchte, zeigt sich auch beim Blick in die anderen Bereiche der Kindertagesstätte in Worringen. Der Neubau stammt von dem Kölner Architekturbüro 3pass, das sich von der Planung bis zur Fertigstellung in die Situation der Kinder hineinversetzt hat.

Die Kindertagesstätte für fünf Gruppen wurde als zweigeschossiger Baukörper errichtet und ist der Blickfang bei der morgendlichen Anreise. Auf der Rückseite befindet sich zudem ein eingeschossiger Anbau, in dem Funktions- und Mitarbeiterräume untergebracht sind – nicht minder großzügig, jedoch angenehm zurückhaltend. Die beiden Gebäudeteile verbindet eine hohe durchgehend erlebbare helle Halle, die neben der Erschließungsfunktion räumliche Weite und vor allem ausreichend Platz zum Spielen auch bei schlechtem Wetter bietet. Von dort erreichen die Kinder ihre Gruppenräume, die sich nach Süden zum großen Außen- und Spielbereich öffnen. Vor den Gruppenräumen sind jeweils die Garderobenbereiche untergebracht. Jeder Gruppenraum ist zudem mit separaten Sanitäranlagen ausgestattet. Über eine offene Treppe in der Spiel-Mittelzone erfolgt der Zugang ins Obergeschoss, in dem weitere Gruppenräume, der Schlafraum und der Mehrzweckraum liegen. Dazwischen führen erforderliche Fluchttreppen, die direkt von den Räumen zugänglich sind, nach draußen.

Für die äußere Gestaltung des massiven Baukörpers wählten die Architekten eine kindgerechte Fassadengliederung: „Wir beabsichtigten fröhlich-dynamische Proportionen, die wir mit den hervorspringenden Erkern und den markanten Ausgängen der Fluchttreppen umgesetzt haben“, berichten die Architekten. Im Innern wurde die Entwurfsidee fortgesetzt: Zahlreiche Blickbeziehungen, Abweichungen vom rechten Winkel und das leicht gefaltete Dach bieten spannende und abwechslungsreiche Räume. In Verbindung mit den hellgrün durchgefärbten Betonwänden und dem Parkettfußboden wird gleichermaßen eine hochwertige wie robuste Atmosphäre geschaffen. Für die städtebauliche Einbindung und die ausdrucksstarke Gestaltung des Baukörpers gab es den Kitapreis NRW 2014.

www.3pass.de
Architekten: Architekturbüro 3pass www.3pass.de Fotos: Constantin Meyer mehr

Architekten:

Architekturbüro 3pass
www.3pass.de

Fotos:

Constantin Meyer