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Forschung im 21. Jahrhundert

Ein Vorzeigeprojekt: Der Neubau des DZNE in Bonn

Im vergangenen Jahr wurde auf dem Venusberg in Bonn der neue Hauptsitz des „Deutschen Zentrums... mehr

Im vergangenen Jahr wurde auf dem Venusberg in Bonn der neue Hauptsitz des „Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen“ (DZNE) eingeweiht. Der Neubau zählt zu den herausragenden Forschungs- und Laborgebäuden der Gegenwart, in denen Erkrankungen, wie z. B. Alzheimer-Demenz oder Parkinson erforscht werden. Aufgrund der hohen politischen und gesellschaftlichen Relevanz des Themas Alzheimerforschung wurde das DZNE als bundesweites Vorzeigeprojekt entwickelt, das mit einer betont hochwertigen Architektur auf sich aufmerksam macht. Dafür verantwortlich zeichnet das Büro wulf architekten aus Stuttgart.

Das Bauvolumen ist auf drei organisch geformte Baukörper aufgeteilt, die exakt den notwendigen Funktionen entsprechen: Im Hauptgebäude befinden sich die allgemeinen Einrichtungen, zu denen Eingangshalle, Cafeteria, Hörsaal, Verwaltung, die klinische Forschung und der MRT-Bereich zählen; im zentralen Forschungsgebäude sind sämtliche Laboreinrichtungen und Büros vereint und im dritten Gebäude befindet sich das präklinische Institut. Die drei Gebäude sind über Gelenke, die als Meetingpoints genutzt werden können, miteinander verbunden. Dazwischen liegen großzügige Freiflächen, die das Ensemble vervollständigen und sich somit von konventionellen Gebäuden dieses Bautypus deutlich abheben. Mit ihren gläsernen Lamellen aus Grün-, Gelb- und Orangetönen orientieren sich die Fassaden an der sich jahreszeitlich verändernden Färbung der Bäume. Beim Näherkommen präsentieren sich die drei Baukörper mit einem stetig wechselnden Farbspektrum: Die geschosshohen Lamellen drehen sich mit dem Sonnenstand. Somit wird direkte Sonneneinstrahlung vermieden und gleichzeitig der Tageslichteinfall bestmöglich genutzt.

Die architektonischen Qualitäten und die vielfältigen Angebote zur Kommunikation im Außenbereich setzten sich in den Innenräumen fort und bieten den Mitarbeitern ein optimales Arbeitsumfeld. „Für das Eingangsgebäude haben wir großzügige Verglasungen und ein offenes, lichtdurchflutetes Atrium geplant mit der Intention, einen starken Bezug zum Außenraum und der umgebenden Natur zu bilden. Die innere Transparenz und die hohe Lichtqualität sollen eine spürbar neue Atmosphäre erzeugen, die wissenschaftliche Spitzenleistungen ermöglicht und fördert“, erläutert Architekt Prof. Tobias Wulf.

Die Räume sind für die komplexen Anforderungen an die Forschungs- und Laboreinrichtungen dimensioniert und bieten mit klar gegliederten Grundrissen eine zukunftsweisende und flexible Gebäudestruktur, die auf mögliche Änderungen reagieren kann. „Insbesondere beim Forschungsgebäude haben wir für das Raumkonzept neue Maßstäbe entwickelt. Die Gebäudetiefe von rund 30 m ist so kompakt organisiert und geplant, dass dieser Bau völlig auf die Anforderungen der Labore und die Mitarbeiter zugeschnitten ist“, so Wulf weiter. „Obwohl die Arbeitsplätze bis zu
23 m von der Fassade entfernt liegen, können die Forscher die besondere Lage im Grünen erleben.“
 
Neben seiner Identität und Eigenständigkeit, die das markante Ensemble auf dem weitläufigen Universitätscampus widerspiegelt, geht das DZNE auch in der ressourcenschonenden, nachhaltigen Planung einen Schritt voraus: Wahrscheinlich wird das DZNE bundesweit das erste Laborgebäude sein, das eine Zertifizierung in Gold nach den Richtlinien des BNB (Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen) des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat erhält.

www.wulfarchitekten.com

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Fotos:

Steffen Vogt für wulf architekten