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Flexibel und offen arbeiten

Wo einst das Fernsehen produzierte, sind jetzt Mitarbeiter eines Start-ups produktiv

Mehr Mitarbeiter, mehr Platzbedarf. Mit dieser einfachen Rechnung sind erfolgreiche Unternehmen... mehr

Mehr Mitarbeiter, mehr Platzbedarf. Mit dieser einfachen Rechnung sind erfolgreiche Unternehmen häufig konfrontiert. Gut, wenn dann großzügige Flächen zur Verfügung stehen, wie beispielsweise in einem mehrgeschossigen, fabrikähnlichen Gebäude, das bis vor kurzem für Fernsehproduktionen genutzt wurde. Hier fand ein Kölner Start-up ausreichend Platz, den das kreative Team von Stanke Interiordesign aus Eus­kirchen für das wachsende Unternehmen neu gestaltete. In den industriell geprägten Räumen sollen die Mitarbeiter in entspannter Atmosphäre kommunizieren und sich austauschen können, so eine der Hauptanforderungen.

In die Hülle aus Beton, Stahl und Glas wurde ein flexibles Raumgefüge eingepasst, dessen warme Orange- und Blautöne mit dem kühlen Industriecharakter kontrastieren und zugleich auf die Corporate Identity des Start-ups verweisen. „Wir haben gemeinsam mit dem Kunden den Zeitgeist und die Philosophie des Unternehmens betrachtet und die sich daraus ergebenden Anforderungen analysiert. Daran haben wir die Raumstruktur angepasst“, beschreibt Innenarchitektin Nadia Stanke. An Metallschienen hängende Whiteboards, Akustikelemente und üppige Vorhänge erzeugen flexible Arbeitsbereiche. Sie zonieren die Räume und verbessern zugleich deren Akustik. Lange Tische, die extra gefertigt wurden und deren Tischplatten auf Holzböcken liegen, spiegeln den Charakter des Start-ups wider. Hier sitzen die Mitarbeiter nebeneinander, arbeiten gemeinsam und doch jeder für sich. Wer eine geschütztere Arbeitsatmosphäre braucht, kann sich an einen Platz mit einer aus OSB-Platten gefertigten Box setzen. Den Austausch zwischen den Kollegen fördern Raumzonen wie die Sitzstufen einer Arena oder Lounge-Ecken mit Sofas. Geschützte Bereiche finden sich in Boxen, die als Raum im Raum mit unterschiedlicher Möblierung konzipiert sind und für Besprechungen oder Ideenfindungsprozesse genutzt werden können. Die Mitarbeiter sind geradezu aufgefordert, ihren Arbeitsplatz zu verlassen, sich mit Kollegen auszutauschen, zwischen ruhigem, konzentriertem Arbeiten und kreativem Austausch zu wechseln. Bewegung entsteht zwischen den Raumzonen, aber auch zwischen verschiedenen Sitzpositionen, etwa vom Stuhl zum Sessel oder zum Stehtisch. Unterschiedliche Lichtszenarien, die gemeinsam mit der Planergruppe Licht entwickelt wurden, unterstützen die Atmosphäre der einzelnen Zonen. Sie unterstreichen die Möblierung, tauchen das Industrieparkett in goldfarbenes Licht und lassen die hohen Räume teilweise skulptural erscheinen.

www.stanke-interiordesign.de

Fotos:

Oliver Nauditt
olivernauditt.com

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 03|19)