Architektur
Artikel
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Themen
Interior
Artikel
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Themen
Garten
Artikel
Themen
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Spezial
Artikel
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen

Erneuertes Himmelshaus

Das Gemeindezentrum der Christengemeinschaft in Lindenthal wurde modernisiert und umgebaut

Das Gebäude der Christengemeinschaft in Köln-Lindenthal war in die Jahre gekommen: Sechs... mehr

Das Gebäude der Christengemeinschaft in Köln-Lindenthal war in die Jahre gekommen: Sechs Jahrzehnte intensiver Nutzung ohne größere Instandsetzungsmaßnahmen waren deutlich ablesbar. Das Haus entsprach zudem nicht mehr den Bedürfnissen der Gemeinde und wies bauliche Mängel bei Brandschutz und Dämmung auf. Jankowski Bürgener Architekten Stadtplaner aus Köln entwickelten zusammen mit einem Kreis engagierter Gemeindemitglieder einen umfassenden Sanierungs- und Umbauplan für das Gemeindehaus, das einen Weiheraum, aber auch mehrere Wohnungen umfasst.

Die weitgehend intakten Außenwände erhielten eine Wärmedämmung aus Mineralwolle und einen dunkelblauen Edelkratzputz als Finish, der das Gebäude mit einem „Himmelshaus“ assoziieren lässt. Gesimse, Fensterbänke etc. wurden aus mineralischen Granulatplatten erstellt, das Dach gedämmt und mit Naturschieferplatten neu eingedeckt. Im Übergang zum Nachbarhaus wurde ein Zwerchhaus errichtet, das im Zusammenklang mit der Anordnung der Fassadenöffnungen einen modernen Kirchturm darstellen soll. Die kontrastierenden golden eloxierten Fensterrahmen sind als eine Referenz an den Wiederaufbau des Gebäudes in den 1950er-Jahren zu verstehen. Im Inneren sollte insbesondere der Eingangsbereich einer grundlegenden Revision unterzogen werden: Die Erschließung des Gemeindehauses und der darüberliegenden Wohnungen erfolgt über einen Tiefhof in das Souterrain des Gebäudes. Um den Weg dorthin möglichst kurz zu halten, hatte man in den 1950ern das Untergeschoss teilweise angehoben – mit dem unschönen Begleiteffekt, dass der Empfang sehr gedrungen und wenig einladend wirkte. Um das zu beheben, wurde das Foyer in das darüberliegende Geschoss geöffnet und mit einer zweigeschossigen Glasfassade versehen, die das reiche religiöse, soziale und kulturelle Leben zur Straße sichtbar macht. Zudem wurde die alte Bodenplatte abgebrochen und etwas tiefer erneuert mit einem ansprechenden Belag aus großformatigem Feinsteinzeug. Das ebenfalls im Erdgeschoss liegende Gemeindecafé wurde zugleich so neu geordnet, dass sich die Grundfläche verdoppelte. Tief ausgeschnittene Fenster sorgen hier nicht nur für mehr Licht, sondern auch für Sitznischen. Der Weiheraum im 1. Obergeschoss wurde in seiner ursprünglichen Gestaltung weitgehend erhalten, erhielt aber einen neuen Eschenholzboden, Brandschutztüren aus Holz und neue Fenster mit mehr Lichteinfall und besserer Wärmedämmung. Mit großer Sorgfalt ließ man die Kapitelle zwischen den Fenstern neu modellieren und die Wände mit einem akustisch wirksamen Putz versehen. Die für die Christengemeinschaft charakteristische violette Farbgebung des Raumes führten Gemeindemitglieder in Eigenleistung aus – wie auch den kleinen Kultraum im Untergeschoss, der mit Wandmalereien nach dem Vorbild byzantinischer Fresken ausgestattet wurde, wie sie an den Kapellen christlicher Tempelritter zu finden sind. Das von oben belichtete Treppenhaus mit den umlaufenden halbhohen massiven Brüstungen wurde erhalten. Allein die maroden Kupfergeländer wurden durch ein erhöhtes Geländer aus unbehandeltem Stahl ersetzt.

www.jankowski-buergener.de

Fotos:

Nicole Compère
www.compere.de

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 04|22)