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Eingepasst in den Ort

Eine Kita in Modulbauweise überzeugt durch ihre differenzierte Fassaden- und Raumgestaltung

Das Baugrundstück bot mit seinen fast 2.500 m² auf den ersten Blick reichlich Platz für eine... mehr

Das Baugrundstück bot mit seinen fast 2.500 m² auf den ersten Blick reichlich Platz für eine Kindertagesstätte. Ein Teil reichte jedoch in ein Landschaftsschutzgebiet hinein und das Gebäude war grenzständig an der Straße zu erreichten. Daher war das Baufenster eng gesteckt. Das Architekturbüro Architektur vor Ort – Andrea Schnieber aus Engelskirchen entwickelte für die Kita „Rheinblick“ in Brühl einen langgestreckten Baukörper, der durch seine differenzierte Fassadengestaltung ins Auge springt und viele offene Spielbereiche bietet.

Der Baukörper sollte so angeordnet und gegliedert werden, das ein Ort entsteht, in dem sich die Kinder möglichst frei und eigenständig bewegen können. Um dies zu ermöglichen, wurden alle dienenden Räume Richtung zur Straße angeordnet. Die fünf Gruppen- und die dazugehörigen Nebenräume sowie die Spielflure sind auf ein großzügiges Außenspielgelände nach Osten ausgerichtet. Auf der früheren Freifläche bereits vorhandener, aufwändig verpflanzter Baumbestand sorgt hier für genügend Schatten auch an heißen Tagen. Um eine schnelle Umsetzung des Bauvorhabens zu garantieren, wurde das Gebäude in Stahlmodulbauweise errichtet. Dabei machten es sowohl die barrierefreie Erschließung als auch die Topografie notwendig, den Baukörper zur Straßenseite und zur Rückseite um etwa ein Halbgeschoss einzugraben und mit einer Betonwand abzuschließen. Erst danach erfolgt der Aufbau der Moduleinheiten. Bei der Fassadengestaltung musste eine Lösung gefunden werden, die die Belange benachbarter denkmalgeschützter Gebäude berücksichtigt: Entsprechend wurde zur Straße und an der Haupteingangsseite auf eine Putzfassade gesetzt – erst im Obergeschoss kamen farbige Trespa-Platten zum Einsatz, welche die Farben des Standortes aufnehmen: Sandfarben für den Boden, Grün für die Landschaft und Blau für Himmel und Rhein – ergänzt durch einen intensiven Rotton, der die Logofarbe des Kitabetreibers zitiert. Diese Farben wiederholen sich auch in den Bodenbelägen im Inneren des Gebäudes, ohne sich dabei aufzudrängen: Die Farbpalette wurde hier bewusst reduziert gewählt, da durch die Kinder und den Alltag in einer Kita an sich schon eine große Farbenvielfalt entsteht. Die Spielbereiche für die rund 90 Kinder sind mit Sichtverbindungen offen gestaltet, so dass ein gruppenübergreifendes und individuelles Konzept umgesetzt werden kann. Da die fünf Gruppen von Kindern von der Krippe bis zum Vorschulalter besucht werden, wurde bei der Ausstattung auf Körpergröße und Alterspanne geachtet: So gibt es in allen Räumen Fenster, durch die auch die Kleineren nach draußen blicken können und in den Sanitärbereichen WCs und Waschbecken in unterschiedlichen Höhen. Im Erdgeschoss wird der Bereich noch um eine Spiel- und Planschlandschaft ergänzt. Das als Effizienzhaus 55 errichtete Gebäude wird durch eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung beheizt, das Flachdach wurde mit einem extensiven Gründach versehen, um den sommerlichen Hitzeschutz zu verbessern.

www.architektur-vor-ort.de

Fotos:

Ingo Schoppmann
www.isfoto.de

(Erschienen in CUBE Köln 01|24)

 

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