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Dorf-Feeling mitten in der City

Architektur jenseits des Üblichen

Wo sich einst unattraktive Hinterhöfe erstreckten, ist vor einigen Jahren ein extravagantes,... mehr

Wo sich einst unattraktive Hinterhöfe erstreckten, ist vor einigen Jahren ein extravagantes, variantenreiches Wohnprojekt entstanden, das als gutes Beispiel für die Nahverdichtung urbaner Stadtlandschaft gilt. Die Rede ist vom „Quartier 21“, ein Wohnkomplex unweit der City, mitten auf der Brüsseler Straße in Köln. Der Gedanke an dieser Stelle ein solches Objekt zu verwirklichen, kam dem Initiator und Bauherrn Hans-Joachim Grunsch, als er vor Jahren angrenzende Bürogebäude sanierte.

Kurzerhand rief er zu einem Architekturwettbewerb auf, an dem verschiedene Architekturbüros teilnahmen. Mit einem Gestaltungsakkord und einem ebenso markanten wie eigenwilligen Umgang mit Form, Farbe, Raum und Fläche konnte die Architektin Ute Piroeth den Wettbewerb für sich entscheiden. Gemeinsam mit ihr gelang es dem Bauherrn einen einzigartigen Ruhepol inmitten typischer und weitgehend erhaltener Gründerzeitarchitektur zu schaffen.

Das Wohnraumquartier besteht aus einem dreiteiligen Gebäudeensemble aus zwei doppelgeschossigen Häusern sowie einem Wohnturm mit vier Etagen, das in seiner Mitte einen Hof als gemeinsame Freifläche entstehen lässt. Unter den insgesamt 14 individuell zugeschnittenen Einheiten befinden sich Stadthäuser, Lofts, Maisonette-Wohnungen, Split-Level- und klassische Etagenwohnungen mit bis zu 220 Quadratmetern Wohnfläche. Dank vorspringender und zurückweichender Raumeinheiten profitiert jede einzelne Wohnung von der lichten Bauweise und verfügt in Form von geschützten Höfen im Erdgeschoss oder Terrassen auf den Flachdächern über privat nutzbare Freiflächen. Da fast alle Einheiten bereits vor Baubeginn verkauft waren, konnten auch individuelle Wünsche der Eigentümer hinsichtlich der Raumaufteilung und Ausstattung berücksichtigt werden.

Schon beim Betreten des Innenhofs, zu dem man von der Brüsseler Straße aus durch die Toreinfahrt gelangt, überrascht die offene, lichte Bauweise des U-förmig angelegten Komplexes. Dabei entsteht der skulpturale Eindruck vor allem durch die Kombination von gestaffelten, anthrazitfarbenen Baukörpern mit kontrastierenden Farbelementen und einem grün schimmernden Aufzugturm mit vollflächiger Übereckverglasung. Die Vogelperspektive lässt Dachbegrünung und großzügige Dachterrassen mit schalldämmenden Autobahntrennwänden erkennen.
Die Baukörper sind klar gegliedert und mit einfachen, strapazierfähigen Baumaterialien erstellt. Die schwarzen Fassaden vermitteln ein Gefühl der Ruhe und transzendieren das Licht in den Freiraum. Die Verbindung der neuen Baukörper mit der umgebenden Blockbebauung wird im leuchtenden Grün des Innenhofes sichtbar. Eine intensive Planung hat Probleme wie schwierige Belichtung und Belüftung gelöst und damit eine qualitätsvolle Benutzbarkeit möglich gemacht. Bleibt zu fragen: Kann man sich hier ebenso wohlfühlen wie in einem Einfamilienhaus? Der Bauherr verspricht: Man kann! Schließlich haben alle 14 Eigentümer ihr eigenes Refugium, das über eine private, zumeist blickgeschützte Freifläche verfügt. „Hier im Quartier 21 ist jeder für sich. Nur halt nicht anonym“, erklärt Hans-Joachim Grunsch.

Mit dem Quartier 21 ist ein Quartier jenseits des Üblichen entstanden, das einen erfrischenden Gegenpol zur gängigen Schuhkarton-Architektur bietet. Von außen erinnert nichts an einen Vernunftbau – im Gegensatz zu den inneren Werten. So entspricht die Bauweise dem Niedrigenergiestandard. Der Jahresheizwärmebedarf wurde mit 70,62 kWh/m2a errechnet, der Jahresprimärenergiebedarf mit 24,93 kWh/m2a.

Ein gelungenes Konzept, das 2009 den zweiten Preis im Wettbewerb der Zeitschrift „Häuser“ gewinnen konnte und auch für den „European House Award“ nominiert wurde. Im letzten Jahr wurde Q21 mit dem 1. Preis des „Deutschen Bauherrenpreises Neubau 2010“ ausgezeichnet .

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