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Auswerten mit Aussicht

Ein Pilotprojekt im modernen Laborbau

Zurück ins Jahr 2013: Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln lobten einen Architektenwettbewerb für... mehr
Zurück ins Jahr 2013: Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln lobten einen Architektenwettbewerb für ihr neues Labor- und Bürogebäude aus. Auf dem Werksgelände in Stammheim stand dafür ein dreieckiges, 2.000 m2 großes Grundstück zur Verfügung, umgeben von riesigen, runden Silos und lose angeordneten Werksgebäuden. Der Bauherr wollte ein innovatives und zukunftsfähiges Gebäude nach modernsten Gestaltungsgesichtspunkten; im Innern waren intelligent angeordnete Laborbereiche für optimierte Arbeitsabläufe gefordert: Funktionalität, Transparenz, Kommunikationsfreundlichkeit – so die Devise. Gesagt, getan. Und dann das: Der Bauherr entschied sich für einen Gebäudeentwurf, dessen außergewöhnliche Metall-Lochfassade zunächst so gar nicht mit einem Laborbau in Verbindung gebracht wurde. Wie festgefahren unsere Sehgewohnheiten doch sind. Wie gut, dass es mutige Bauherren und Architekten gibt, die einen eines besseren belehren. Im Oktober letzten Jahres wurde der Neubau nach nur 14 Monaten Bauzeit in Betrieb genommen.

„Ich dachte bei der Fassadengestaltung an die typische Siebcharakteristik, die ich auch immer mit dem Analysieren und der Recherche, also den Abläufen in einem Labor verbinde“, so Architekt Prof. Johannes Kister, der mit seinem Team im Büro kister scheithauer gross architekten und stadtplaner als Sieger des Wettbewerbs hervorging. „Was steckt dahinter? Was steckt drin? Dieses Spiel mit der Neugier eines Chemikers haben wir auf die Gestaltung übertragen. So sieht der Betrachter von außen immer nur Teile oder Bestandteile des Ganzen. Bei jedem Schritt um das Gebäude verändert sich der Blick auf den Kern, das Innere“, erklärt Prof. Kister weiter.

Für die Planung des Herzstücks des Gebäudes, das große Analyselabor mit modernen Laboreinrichtungen und Auswerteplätzen für ruhige Büroarbeiten, arbeitete das Architektenteam zusammen mit Laborfachplanern und den Nutzern Arbeitsabläufe und Anforderungen aus. Das Ergebnis ist eine offene Laborstruktur, anders als herkömmliche Zellenlabors, mit in Reihe geschalteten Labortischen, die den erforderlichen engen Austausch zwischen unterschiedlichen Abteilungen ermöglicht und Bereiche flexibel zonieren kann. Kaum zu glauben, aber wahr: „Alle Bereiche, seien es Büro-, Labortische oder die Teeküche, haben nicht nur den Blick zueinander, sondern auch nach draußen“, ergänzt Prof. Kister abschließend. Auch so kann Laborbau gehen – mehr davon.

www.ksg-architekten.de
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Architekten:

kister scheithauer gross architekten und stadtplaner
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Fotos:

Yohan Zerdoun
www.yohanzerdoun.com