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Wissenschaft ist schön

Physik und Baukonstruktion im Einklang

Das Forschungszentrum Desy, das Deutsche Elektronen-Synchroton, hat seinen Hauptsitz in... mehr
Das Forschungszentrum Desy, das Deutsche Elektronen-Synchroton, hat seinen Hauptsitz in Bahrenfeld und will seine weltweit einzigartigen Teilchenbeschleuniger in ansprechende Architektur kleiden, auch um die internationale Wahrnehmung zu stärken. Mit Flash II errichteten Renner Hainke Wirth Architekten einen ganzen Forschungskomplex, der eine Forschungshalle, einen linearen Beschleunigungstunnel mit Forschungslaboren sowie die Umstrukturierung und Einbindung der bestehenden Forschungshalle Flash I umfasst. Der Bau berücksichtigt die komplexen Vorgaben der Physik und treibt mit seiner Zeichenhaftigkeit die architektonische Entwicklung des Forschungsstandortes voran.

Desy präsentiert sich mit dem Neubau auch im städtischen Kontext. Sein Logo ist reliefartig in die Blechfassade gedrückt und schon von weitem zu sehen. Die Experimentierhalle öffnet sich zudem mit dem großen, dynamischen „Flash-Fenster“ und gibt den Blick auf die hier rund um die Uhr betriebene internationale Spitzenwissenschaft frei, die sich nicht länger in anonymen Gebäudekisten verstecken will.

Flash ist eine Abkürzung für „Freie-Elektronen-Laser in Hamburg“. Das Interesse der internationalen Forschergemeinde ist seit vielen Jahren enorm. Die Maschine ist schnurgerade, 300 m lang und die erste FEL-Anlage der Welt, die Röntgenstrahlung erzeugt hat. Um mehr Wissenschaftlern die Forschung mit Laserblitzen zu ermöglichen, wurde die bestehende Anlage erweitert. Die beiden Strahlführungen können jetzt parallel mit weitgehend unabhängig einstellbarer Wellenlänge betrieben werden, wodurch sich die Nutzerkapazität mehr als verdoppelt hat.

Die Anforderungen der Physik, nämlich Strahlenschutz, konstantes Klima und schwingungsfreier Versuchsaufbau, mit den Möglichkeiten der Baukonstruktion in Einklang zu bringen, war eine große Herausforderung. Die Halle wird stabil temperiert und durch Klimaschleusen gesichert. Die 1.400 m² große Fläche wurde als 80 cm dicke, von der Gebäudehülle entkoppelte und fugenlos am Stück gegossene Bodenplatte errichtet. Die Experimentierfläche erforderte eine Ebenheit, von der die üblichen Bautoleranzen weit entfernt sind: Der Betonbauer rechnet in Zentimetern, der Physiker hingegen in Nanometern.

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Architekten: Renner Hainke Wirth Architekten www.rhwarchitekten.de Fotos: Jochen Stüber mehr

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Fotos:

Jochen Stüber