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Von Rindern und Büros

Neues Leben im historischen Contumazstall

Ab 1862 wurde auf dem Heiligengeistfeld der zentrale Markt Hamburgs für Rinder und Schafe... mehr

Ab 1862 wurde auf dem Heiligengeistfeld der zentrale Markt Hamburgs für Rinder und Schafe abgehalten und in der Folge entstanden im Bereich Sternschanze, Karolinenviertel und dem nördlichen Teil St. Paulis mit dem „Centralen Schlachthof“ zahlreiche Gebäude und Einrichtungen für die Viehhaltung und Fleischverarbeitung. Zu ihnen gehört auch die 1889 fertiggestellte „Contumaz-Anlage“. Contumaz ist ein Begriff aus dem 19. Jahrhundert, der die Isolierung von unbekannten oder kranken Tieren meinte, er wurde später durch das Wort Quarantäne abgelöst.

Gut 100 Jahre diente der Contumazstall als Quarantänestation für Rinder, wurde aber seit über 20 Jahren vor allem als Lagerfläche genutzt. Diese Nutzung des rund 90 m langen, alten Rinderstalls wurde dem Gebäude als historischem Unikat nicht gerecht. Mit der Revitalisierung und Umnutzung durch Giorgio Gullotta Architekten in Arbeitsgemeinschaft mit Schnittger Architekten+Partner aus Kiel wurde der Charakter des denkmalgeschützten Backsteingebäudes wieder herausgearbeitet. Angrenzend an den heutigen Fleischgroßmarkt stellt er jetzt als eines der wenigen erhaltenen Gebäude des ursprünglichen Viehmarktes ein attraktives Baudenkmal in einem lebendigen Stadtteil mit einer Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Gastronomie dar.

Die rhythmische Grundstruktur der Aneinanderreihung der Rinderställe bleibt sowohl im Äußeren als auch im Inneren sichtbar. Die Schottenstruktur des Stalls wird dabei mittig aufgebrochen, sodass der Stall über die ganze Länge erlebbar wird. Eingestellte Sanitärkerne, Durchbrüche innerhalb der Schotten im Erdgeschoss und Öffnungen der Decken zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss machen die Reihung auch im Inneren erlebbar und schaffen ein ganz besonderes Raumerlebnis.

Um den Stall entsprechend einer zeitgemäßen und quartiersgerechten Nutzung zu gestalten, entstanden zwei Büroeinheiten mit jeweils eigenem Zugang. Sowohl Einzelbüros als auch Open-Space Flächen sind auf insgesamt 2.500 m² möglich.

Die aufwendige Sanierung umfasste den Erhalt und die Rekonstruktion von Dachstuhl und Fassade sowie eine umfangreiche Mauerwerkssanierung mit teilweisem Austausch des Mauerwerks. Auch ein historischer Futtertrog wurde erhalten. Mit feinem Gespür für die Verbindung von historischer Bausubstanz mit moderner Ausstattung setzten die Architekten abgestimmte Farben, Objekte und Materialien ein. Es entstanden Arbeitsräume mit starker Ausstrahlung, die dem Gebäude eine neue Zukunft sichern.

www.giorgiogullotta.com

Architekten: Giorgio Gullotta Architekten www.giorgiogullotta.com Schnittger... mehr

Architekten:

Giorgio Gullotta Architekten
www.giorgiogullotta.com

Schnittger Architekten+Partner
www.schnittger-architekten.de

Fotos:

Jochen Stüber