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Präzision und Scharfkantigkeit

Von innovativer Lasertechnologie inspiriertes Gebäude

Großmaßstäbliche Gewerbebauten müssen keine öden Kisten sein, wie dieses außergewöhnliche Gebäude... mehr
Großmaßstäbliche Gewerbebauten müssen keine öden Kisten sein, wie dieses außergewöhnliche Gebäude für das Technologietransferzentrum für optische Technologien und Produktionstechnik in Bergedorf beweist. Das Hamburger Architekturbüro blauraum setzte sich in der inter­nationalen Ausschreibung durch und schuf die Keimzelle für den sogenannten Science Park der „Schleusengärten“, ein IBA-Referenzprojekt für neues Wohnen, Arbeiten und Erholen entlang des Schleusengrabens.

Ziel dieser weltweit führenden Lasersystemforschung in Bergedorf ist es, die Qualität des deutschen Stahlbaus zu erhöhen, die Herstellzeiten deutlich zu reduzieren und die Wirtschaftlichkeit der Stahlbauproduktion zu steigern. Darüber hinaus werden mit dem Einsatz der zu ent­wickelnden Technologien innovative Konstruktionen möglich, die heute mit konventionellen Herstellungsmethoden nicht realisierbar sind.

Als Inspirationsquelle für das markante Gebäude dienten die Präzision und Scharfkantigkeit der innovativen Lasertechnologie. Es entstand ein monolithisches Konglomerat, scheinbar bestehend aus gebündelten, dynamischen Laser­strahlen, die in einem vom Betrachter nicht wahrnehmbaren Nullpunkt verschmelzen.

Die drei verschiedenen Nutzungsbereiche für Schiffslaser, Rohlaser und Kleinbauteile wurden in einem Gebäude zusammengefasst. Sowohl Dachflächen als auch Außenwände sind übergangslos mit einer Aluminiumhaut verkleidet worden. Die aus dem Boden aufsteigende Form wächst aus der eindrucksvollen Landschaft des Schilfparks empor: Technologie als öffentliche Kunst im Park. Das Gebäude versteht sich als Mittler zwischen Hightech und Natur und betont die freiräumliche Qualität des Gebietes.

Neben den Laserbereichen finden sich im Neubau Schulungsräume, Büros, Räume für Studenten – und ein riesiger Stickstofftank. Normalerweise wird dieser Tank aufgrund der Explosionsgefahr außerhalb des Gebäudes und damit ohne Bezug zu ihm angeordnet. Durch eine Ausnahme­regelung gelang es hier, den Tank ins Gebäude zu integrieren, dank der gelochten Fassade bleibt er aber sichtbar. Die Zufahrt zum Parkplatz scheint mittels eines Laserstrahls präzise und scharf­kantig aus dem Gesamtkörper herausgeschnitten worden zu sein. Die dabei entstandenen Schnittflächen wurden mit gelb beschichteten und teils gelochten Flachblechen bekleidet. Dieser Farbe begegnet man in Kombination mit einem hellen grau am und im gesamten Gebäude. Überall dort, wo im Innern geforscht wird, wurde die Dämmung mit einer gelben Folie kaschiert, die in der gelochten Metallfassade durchscheint. Auch der Eingangsbereich ist in die Kubatur ein­geschnitten und der Gestaltungslogik folgend ebenfalls gelb gestaltet.
Man soll von außen erkennen, was innen geschieht. Aufgrund seiner bestechenden Form, Farbe und Materialität ist das Gebäude fester Bestandteil der Corporate Identity des Laser Zentrums Nord geworden.
www.blauraum.eu
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Architekten

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Fotos

Martin Schlüter
www.martinschlueter.com