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Passgenaue Einfügung in das Stadtbild

Zeitgemäßes Wohnhaus in gründerzeitlicher Nachbarschaft

Mit feinem Gespür für den Ort hat der Architekt Michael Kitzmann mit dem Neubau eines... mehr

Mit feinem Gespür für den Ort hat der Architekt Michael Kitzmann mit dem Neubau eines siebengeschossigen Wohnhauses in St. Georg eine kriegsbedingte Wunde in der gründerzeitlichen Bebauung am Spadenteich zwischen Langer Reihe und Koppel geheilt. Blickt man rund um den Platz, erkennt man hier weitgehend erhaltene Grundmuster der europäischen Stadt, deren Charme wir so sehr schätzen: die Straßenblöcke, eine ganze Reihe unterschiedlicher, aber formal verwandter und maßstäblich ähnlicher Architekturen.

Der Architekt greift mit seinem Neubau die Proportionen und Gliederungsprinzipien der bereits sanierten Nachbargebäude auf und transformiert sie mit Turm, Erker, Zwischengeschoss und abgegrenzter Dachzone in eine architektonische Aussage der Gegenwart. Der Entwurf berücksichtigt zudem, dass rechts von ihm anstelle des provisorischen Flachbaus später eine neue Eckbebauung entstehen wird. Wie bei den Nachbarbauten liegt über dem verglasten Erdgeschoss für gewerbliche Nutzung das als Mezzanin ausgebildete erste Obergeschoss. Es ist das einzige der sieben Wohngeschosse mit zwei fast gleich großen, an der Mittelwand und am rückwärtigen Treppenhaus gespiegelten Wohnungen, was in der Platzfassade durch eine gleichmäßig befensterte Front sichtbar ist. Darüber beginnt die gut ablesbare Differenzierung in drei schmale Maisonette-Wohnungen im rechten Drittel des Hauses, von denen zwei eine über zwei Geschosse durchlaufende Glasfassade erhielten, was der Galerie innen entspricht. Die Wohnungen, die sich über die beiden linken Drittel des Hauses erstrecken, liegen dagegen nur auf einer Ebene, sind dafür breiter und ebenfalls für ein optimales „Durchwohnen“ mit ruhigen rückwärtigen Zonen ausgestattet. Optisch nachvollziehbar, werden sie durch vertikale Schotten und horizontale Bänder der Balkone und Geschossdecken, die den Duktus und die Linien des Nachbarhauses aufgreifen, wie von einer Klammer zusammengehalten.

Die Hoffassade blickt auf einen großen, begrünten Dachgarten auf dem Flachbau für die Geschäftsnutzung im EG. Sie folgt zwar demselben Gliederungsprinzip wie die Vorderfront, ist aber gleichmäßiger strukturiert und entspricht der weitaus einfacheren „Rückseitenarchitektur“ der Nachbarbauten. Der Architekt hat die Gestaltungsprinzipien des gründerzeitlichen Altbauquartiers als Leitmotive anerkannt und mit modernen architektonischen Mitteln fortgeführt. Er schafft damit im Gefüge der alten Stadt eine moderne und hohe urbane Wohnqualität.

www.kitzmann-architekten.de

Architektur: Kitzmann Architekten www.kitzmann-architekten.de Fotos: Daniel Sumesgutner... mehr

Architektur:

Kitzmann Architekten
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Fotos:

Daniel Sumesgutner Fotodesign
www.sumesgutner.de