Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Neuartige Symbiose

Wenn der Großmarkt ruht, erwacht das Theater

Die Großmarkthalle wurde 1962 von dem herausragenden Hamburger Architekten Bernhard Hermkes... mehr
Die Großmarkthalle wurde 1962 von dem herausragenden Hamburger Architekten Bernhard Hermkes erbaut. Mit ihrem ikonischen Wellendach steht sie als eines der letzten Beispiele von experimentellen Spannbetonbauten unter Denkmalschutz. Die 40.000 m² große Halle setzte in den 1960er Jahren neue Maßstäbe für die Errichtung von Großhandelsplätzen. Veränderungen in der Großhandelslogistik bedrohen heute das Überleben der originalen Nutzung und damit auch das Gebäude. So hat Hamburg 2012 dem Neubau eines Theaters in einem Teil der Großmarkthalle zugestimmt. Es nutzt abends die Außenanlagen, ohne Störung des täglichen Güterumschlags innerhalb des Gebäudekomplexes, der sich in den frühen Morgenstunden abspielt.

In enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt und unter Berücksichtigung der Nutzungsanforderungen der Großmarkthalle ist es dem Berliner Büro Frans Dikmans F101 Architekten gelungen, ein harmonisches Neben- und Miteinander des neuen kulturellen Treffpunkts mit den hier tätigen Großhändlern herzustellen. Die Regeln, nach denen die demontierbare, freistehende Stahlstruktur des Theaters errichtet wurde, gelten im Prinzip genauso für alle anderen zeitlich begrenzten Einbauten der Großhandelsmieter. Dennoch war der Umbau des Gebäudes für eine gänzlich andere Nutzung hochkomplex. Unter Beachtung der historischen Vollständigkeit des Gebäudes, wurden an manchen Stellen weitreichende Veränderungen in der bestehenden Struktur vorgenommen: Zum Beispiel wurden die zentralen Lüftungskanäle für die Entlüftung der Auspuffgase im UG umgeleitet, um die Konstruktion einer Unterbühne zu ermöglichen. Als Geste der Öffnung zur Stadt und zur natürlichen Belichtung des Foyers wurden unter Berücksichtigung des Charakters und der Struktur des Baudenkmals große Flächen der Steinfassade durch Glas ersetzt.

Die neue Spielstätte bietet vielfältige Möglichkeiten für Theater- und Musikproduktionen, Shows, Rock- und Popkonzerte, Events und temporäre Ausstellungen. Die Größe des Saals kann unterschiedlich ausgelegt werden, von 2.400 Sitz- bis hin zu 3.500 Stehplätzen. Die bespielbare Bühnenfläche ist in Höhe und Größe variabel. Der Saal, das Foyer und die Bars sind großzügig und offen gestaltet, die innere Bauweise verzichtet auf störende Trennwände oder Zwischendecken. Die technisch ausgestattete Decke reicht fast über die gesamte Saalfläche, wobei alle behind-the-scenes-Prozesse dem Publikum gezeigt werden. Kultur und Industrie verschmelzen beispielhaft, zumal die Großmarkthalle inmitten zahlreicher Zukunftsprojekte Hamburgs liegt.

www.f101architekten.com
Architekten: F101 Architekten www.f101architekten.com Fotos: Andreas Meichsner mehr

Architekten:

F101 Architekten
www.f101architekten.com

Fotos:

Andreas Meichsner