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Land voller Kontraste

Grönland steht vor großen Herausforderungen

Gut 3.000 km von Hamburg entfernt liegt Grönland, die größte Insel der Erde. Geologisch ist sie... mehr
Gut 3.000 km von Hamburg entfernt liegt Grönland, die größte Insel der Erde. Geologisch ist sie Teil des arktischen Nordamerikas, politisch aber ein autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Grönland ist 2.650 km lang und umfasst gut 2,1 Millionen km². Damit ist es mehr als sechsmal so groß wie Deutschland. Auf Grönland leben 56.000 Menschen, neben der Antarktis das am dünnsten besiedelte Gebiet der Welt: 0,026 Einwohner pro km². Über 80% des Landes sind dauerhaft eisbedeckt, der bis zu 3,4 km mächtige Grönländische Eisschild bewegt sich an den Küsten zum Meer und lässt häufig Eisberge von mehreren Kilometern Länge entstehen. An der Westküste ist das Klima durch den Grönlandstrom gemildert, so ist der bis zu 150 km breite Küstenstreifen ganzjährig eisfrei, der größte Teil der Bevölkerung lebt hier. Im Süden ist Grönland ein leicht gewelltes Hochland, das an der Küste durch zahlreiche Fjorde, Buchten und Meeresstraßen gegliedert ist. Im Osten und Norden liegen Berge und Gebirge, die bis zu 3.694 m hoch aufragen. Besiedelt wurde dieser unwirtliche Ort am Rande der Welt bereits seit 3.000 vor Christus. Nach wechselvoller Geschichte mit Inbesitznahme durch die Wikinger, Christianisierung durch Dänen, Norweger und Deutsche sowie Kolonisierung durch Dänemark erreichte Grönland 1979 Selbstverwaltung mit eigenem, demokratisch verfasstem Parlament und eigener Regierung. 2009 trat ein Abkommen zur erweiterten Autonomie in Kraft. Grönland strebt weiterhin die Unabhängigkeit an, ist aber noch wirtschaftlich von Dänemark abhängig. In der grönländischen Flagge symbolisiert der rote Halbkreis die Mitternachtssonne und die weiße Fläche das Eis.

Dies verweist auf den einen großen Schatz der Insel, nämlich die atemberaubende Naturlandschaft mit dem größten und aktivsten Gletscher der Welt, der zum Weltnaturerbe gehört. Unter dem Eis liegt der andere: Reiche Bodenschätze, vor allem Seltene Erden sowie große Vorkommen von Öl und Gas, mit deren Hilfe Grönland seine ersehnte wirtschaftliche Unabhängigkeit erreichen will. Auch die Klimaerwärmung sieht Grönland für sich als Chance. Folgen wären neue Seewege, die Bodenschätze könnten leichter abgebaut werden, die jetzige Abwanderung würde gestoppt, die Bevölkerung könnte wachsen. Dies alles birgt aber auch Risiken: Die traditionelle Kultur der indigenen Bevölkerung ist bedroht, schon seit längerem kämpft Grönland mit den sozialen Problemen der beschleunigten Urbanisierung wie Gewalt und Verwahrlosung, muss es sich ausländischer Interessen an den Bodenschätzen erwehren und mit den Folgen steigender Nachfrage nach arktischem Abenteuertourismus fertig werden.

Die einzigartige Natur Grönlands, ihre Weite und Erhabenheit, lässt Reisende immer wieder kehren. Gigantische Eisberge treiben in das tiefblaue Meer und sind vom Kajak, Schiff oder bei einer Fahrt mit dem Hundeschlitten zu bewundern. Die Mitternachtssonne erschafft einen besonderen Gemütszustand, die Sonne geht von Ende Mai bis Ende Juli nicht unter. Und das tanzende Nordlicht am Nachthimmel ist ein Anblick für die Götter!

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