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Kino mit Kultstatus

Neugestaltung des historischen Metropolis-Kinos

Entlang der Dammtorstraße zwischen Esplanade und Gänsemarkt hat sich in den letzten Jahren viel... mehr
Entlang der Dammtorstraße zwischen Esplanade und Gänsemarkt hat sich in den letzten Jahren viel verändert: die Oper wurde ausgebaut und restauriert, die alte Oberpostdirektion umgestaltet und Neubauten errichtet. Die Straße mausert sich zum Boulevard, breitere Bürgersteige laden zum Flanieren ein und bieten Platz zum Draußensitzen. Das städtisches Leben mit Arbeiten, Wohnen und Einkaufen wird im Innenstadtbereich gestärkt. Und mittendrin liegt die Kleine Theaterstrasse als kulturelles Herz mit Staatsoper, Opera stabile und dem Metropolis-Kino.

Das Metropolis-Kino befindet sich in städtischer Hand und genießt seit seiner Gründung Kultstatus in Hamburg. Hier wurden seit Oktober 1979 ausgesuchte Filmreihen und echte Perlen der Filmgeschichte gezeigt. Im Rahmen der geplanten Umstrukturierungen in diesem innerstädtischen Entwicklungsgebiet sollte hier ein Neubau entstehen. Da das Kino aber in seiner historischen Position eine effiziente Entwicklung des Grundstücks verhindert hätte, wurde entschieden, den erhaltenswerten Kinosaal Stück für Stück abzubauen, einzulagern und an gleicher Stelle, jedoch um 90° gedreht, im Untergeschoss des neuen Bürogebäudes wieder aufzubauen.

Dieser Neubau des Architekten Florian Fischötter liegt im Umfeld prominenter Bauten, die Staatsoper aus den 1950er Jahren, Gründerzeitarchitektur und bekannte Backsteinbauten wie Schumachers Finanzbehörde und das Deutschlandhaus. Der Neubau mit einer Mischung aus Glas und Klinker fügt sich hier zwar harmonisch ein, behauptet sich aber auch und setzt einen Akzent mit klarer, zeitgenössischer Formensprache. Das nach dem Kino Metropolis-Haus genannte Bürogebäude gewann mit deutlichem Abstand den Publikumspreis 2012 im Rahmen des BDA-Architekturpreises.

Der Saal des ursprünglich 1952 als Non-Stop-Kino am Dammtor etwas beengt in einem Hinterhofgebäude an der Dammtorstraße eröffneten Kinos steht seit 2007 unter Denkmalschutz. Während der Bauarbeiten von Mitte 2008 bis Ende 2011 war das Metropolis im Savoy am Steindamm untergebracht. Im neuen Metropolis-Haus bekam der alte Saal einen Platz in den Kellergeschossen, dazu ein großzügiges Foyer und Café, mit Zugang von der Kleinen Theaterstraße aus. Über das neue vertikale, aus drei Ebenen bestehende Foyer gelangt der Besucher zuerst auf die Galerieebene und erreicht dann ein Geschoss tiefer die Parkettebene des historischen Kinosaals.

Die Gestaltung des Foyers orientiert sich bewusst nicht an den 1950er Jahren, sondern ist Teil der modernen zeitgenössischen Architektur des über dem Metropolis Kinos gebauten Bürogebäudes. Die Anbindung der neuen Kinobereiche an den historischen Kinosaal wurde über eine entsprechende Materialität und Farbigkeit erreicht.

www.ff-a.net
Architekten Florian Fischötter Architekt www.ff-a.net Fotos Klaus Frahm... mehr

Architekten

Florian Fischötter Architekt
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Fotos

Klaus Frahm
www.klaus-frahm.de