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Gelungene Symbiose

Wie moderne Gewerbeflächen und ein historisches Bauernhaus zusammen fanden

Wer kennt sie nicht, die Neubauten der Verbrauchermärkte – egal wo und von welchem Anbieter –... mehr
Wer kennt sie nicht, die Neubauten der Verbrauchermärkte – egal wo und von welchem Anbieter – gesichtslos und immer gleich tragen sie an vielen Orten zum Verlust des jeweiligen, identitätsstiftenden Stadtbildes bei. Das es auch ganz anders geht, zeigt die Revitalisierung des Randelhofs in Rahlstedt.

Hier im Ortskern von Meiendorf ist die Jahrhunderte alte, dörfliche Geschichte des Ortsteil an den erhalten gebliebenen Bauernhäusern noch erkennbar. Schon seit 1318 besiedelt, stand an der Stelle des heutigen Randelhofes die Bauernvogtstelle des Dorfes Meiendorf, seit 1639 im Besitz der Familie Eggers/Randel. Das heutige Bauernhofgebäude wurde wohl um 1880 erbaut, ganz in der Tradition der Bauernvögte (den Vorstehern der früheren holsteinischen Dörfer) zweigeschossig und mit aufwändig verzierten Klinkerfassaden. Damit überragte der Randelhof alle anderen Bauernhäuser des Dorfes und machte seine Bedeutung jedem sichtbar.

Die Architekten Joachim Eckert und Julian Hamperl vom Büro planwerkeins hatten den Auftrag, den als Denkmal erkannten Randelhof sowohl zu restaurieren als auch zu einem Büro- und Geschäftshaus zu erweitern. Dazu wurden die verzierten Klinkerfassaden detailgetreu saniert und konnten komplett erhalten werden. Sämtliche Arbeiten an den Bestandsfassaden wurden unter streng konservatorischen Gesichtspunkten in enger Absprache mit dem Denkmalschutzamt ausgeführt. Das Innere des Randelhofes wurde entkernt und bietet jetzt nach dem Umbau einer Bäckereifiliale, einem Drogeriemarkt und mehreren Büromietern zeitgemäße Räumlichkeiten. Die innere Gestaltung der Gewerbeeinheiten im Randelhof ist durch die zurückhaltende räumliche Inszenierung der konstruktiven Elemente sowie der spezifischen, historischen Fassadenöffnungen geprägt.

Die Erweiterung des Randelhofes, der moderne Anbau, den der Drogeriemarkt zusätzlich nutzt, liegt auf der Rückseite des direkt an der Straße gelegenen Gebäudes. Er ist nur mit etwas Abstand im Verlauf der Straße und beim Betreten des Parkplatzes wahrnehmbar. Der zweigeschossige, rechteckige Kubus ist vor die Längsfassade des Bestandsgebäudes gestellt und an den beiden kurzen Seiten komplett verglast. Dieser Anbau spricht eine entschieden moderne Architektursprache und ist mit Lärchenholz verkleidet, er nimmt Proportionen und Strukturen des historischen Gebäudes auf, das Fugenbild der Holzschalung gliedert das Volumen. Damit kontrastiert der moderne Anbau auf angemessene Art und Weise – ohne in Konkurrenz zum Randelhof zu treten.

Diese gelungene Symbiose von historischem Gebäude und modernem Anbau ist ein gutes Beispiel für nachhaltiges Bauen im Bestand durch Nutzung vorhandener Ressourcen in Kombination mit zeitgemäßer Architektur und Bautechnik. Damit wurde ein wichtiger Bestandteil des historischen Meiendorfer Stadtbildes erhalten und zugleich eine zeitgemäße Fortentwicklung ermöglicht. Hoffentlich macht dieses Beispiel Schule!

www.planwerkeins.de
Architektur: planwerk eins eckert + hamperl architekten www.planwerkeins.de Fotos:... mehr

Architektur:

planwerk eins
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Fotos:

Uwe Scholz