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EIN QUARTIER ENTWICKELT SICH

Nutzungsvielfalt in der Speicherstadt

Die Hamburger Speicherstadt ist nicht nur regional ein bedeutendes Symbol für Wirtschaftskraft... mehr
Die Hamburger Speicherstadt ist nicht nur regional ein bedeutendes Symbol für Wirtschaftskraft und Baukultur. Mit ihren zahlreichen historischen Speicherbauten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, ihrer spezifischen funktionalen, baulichen und städte­baulichen Struktur mit Gebäuden, Straßen und Fleeten bildet sie das größte einheitlich geprägte historische Speicherensemble der Welt. Schon heute zieht es jährlich mehrere Millionen Touristen in das sich behutsam entwickelnde Quartier. Die vorgesehene Nominierung von „Speicherstadt und Chilehaus mit Kontorhausviertel“ im Jahr 2015 um den Titel eines UNESCO-Weltkulturerbes wird die Attraktivität und den Bekanntheitsgrad insbesondere bei internationalen Gästen noch weiter steigern.

Der 13. September 2012 markiert ein zentrales Datum der jüngeren Geschichte des Quartiers Speicherstadt. Die Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg beschloss an diesem Tag die Herauslösung des Ensembles aus dem Hafenentwicklungsgesetz. „Ein Beschluss von entscheidender Tragweite für unser Quartier, denn damit unterliegt die Speicherstadt nicht länger einem Planungsrecht, dass ausschließlich hafenbezogene Nutzungen vorsah“, erklärt Thomas Kuhlmann, Leiter des Segments Immobilien der HHLA. Die Speicherstadt soll demnach weiter zu einem Stadtteil entwickelt werden, der als verbindendes Scharnier zwischen historischer Innenstadt und wachsender HafenCity fungiert. „Gemeinsam mit der BSU Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt haben wir hierfür ein Entwicklungskonzept ausgearbeitet, welches die Grundlage für die weitere Revitalisierung und für den zukünftigen Bebauungsplan der Speicherstadt bildet“, so Kuhlmann.

Seit 1991 steht das Ensemble unter Denkmalschutz. Unter Wahrung und mit Respekt vor der historischen Bausubstanz soll das übergeordnete Ziel der Entwicklung, die Speicherstadt zu einem lebendigen, urbanen Stadtquartier zu formen, erreicht werden. „Langfristig wird eine Nutzungsmischung angestrebt, die aus relevanten Anteilen Büro, Kultur, Kreatives, Showroom, Freizeit- und Lagernutzung, aber auch Wohnen besteht“, resümiert Kuhlmann. Die Speicherstadt, in zentraler und hochwertiger Lage in der Stadt, wird Räume sowohl für unternehmerische Aktivitäten als auch für künstlerisch-kulturelle Nutzungen bereitstellen und somit eine Vernetzung und gegenseitige Synergieeffekte ermöglichen.“

Noch heute sind große Teile der Speicherstadt durch die Lagernutzung der Teppichhändler geprägt, während bereits die Hälfte der Speicherflächen umgebaut und umgenutzt ist. Stark aufgestellt ist die Speicherstadt bereits, wenn es um kulturelle Einrichtungen und Freizeitangebote geht. Vor allem die Vielzahl der Museen lassen dieses innerstädtische Quartier zu einem kulturellen Magneten werden und tragen erheblich zur Belebung von Speicherstadt und Innenstadt bei. Zudem ist die Speicherstadt von der Stadt Hamburg als eines der Quartiere identifiziert worden, um kreative Milieus in der Stadt zu fördern. Wohnen ist aufgrund des fehlenden Hochwasserschutzes zurzeit nur untergeordnet realisierbar. Zwei aktuelle Projekte dokumentieren die Nutzungsvielfalt der Speicherstadtimmobilien:

St. Annen 2 – Wiederauferstehung eines klassischen Kallmorgen-Baus
Zum Jahresanfang hat die HHLA Immobilien das ehemalige Freihafenamt („Bei St. Annen 2“) an eine der renommiertesten Kreativagenturen Hamburgs übergeben. Zwischen Wandrahmfleet, St. Annenufer und Bei St. Annen gelegen, bietet der denkmalgeschützte Kallmorgen-Bau nach umfangreicher Sanierung und Modernisierung auf rund 3.200 m2 ideale Möglichkeiten zur kreativen Entfaltung. „Wir haben das Gebäude unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes sowie in enger Abstimmung mit dem neuen Mieter behutsam zu einem modernen Bürogebäude umgestaltet. Hier entstand eine zeitgemäße Nutzung mit offenen, großzügigen und hellen Büroflächen “, sagt Kuhlmann. „Es ist uns wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tagtäglich nicht nur einen Arbeitsplatz vorfinden, sondern einen Ort, an dem sie sich wirklich wohl fühlen, wo sie gerne arbeiten und welcher ihre Kreativität fördert.“ Die Herausforderung beim Umbau bestand darin, den ursprünglichen Charakter des 1952/53 von dem Architekten Werner Kallmorgen entworfenen Gebäudes wiederzubeleben. Die originären raumbildenden Wesenszüge wie das lichtdurchflutete Atrium, die umlaufenden Galerien der ersten beiden Obergeschosse wurden wieder hergestellt und das dezente damalige Farbkonzept von Schwarz-, Weiß- und Grautönen der Oberflächen wieder aufgenommen und umgesetzt. Zu den Besonderheiten gehört unter anderem die Wiederinbetriebnahme eines der letzten Paternoster der Hansestadt.

Speicher R2 – Vollendung des Ensembles am St. Annenufer
Bei dem Gesamtumbau des historischen Gebäudes, „R2“, wurde behutsam mit der vorhandenen Struktur umgegangen, von der ein Großteil bei der Sanierung erhalten bleiben konnte. Es entstanden auf über 2.900 m2 moderne Büro-, Showroom- und Einzelhandelsflächen. Durch die flexible Ausbauplanung wurden Flächen entwickelt, die einen interessanten Nutzungsmix ermöglichen. In diesem Frühjahr eröffnet auf über 700 m2 im Speicher eine Genussswelt zum Thema Speicherstadt und den Colonialwaren, die dort gelagert, sortiert und umgeschlagen wurden. Besonderheit ist dabei der einzigartige Gewölbekeller, in dem zukünftig die Hamburger Tradition des „Rotspon“ (edler Französischer Rotwein, der im Fass transportiert wird und in Hamburg zur Flaschenreife gelangt ist) fortgeführt wird. Ergänzt wird der Genuss-Speicher durch eine Weinbar, an der der Gast Rotspon, exklusive Weine und regionale Erzeugnisse verkosten kann. Auch in den übrigen ausgebauten Flächen von Speicher R2 sind neue und interessante Mieter beheimatet, die insbesondere den Mode- und Kreativstandort Speicherstadt weiter aufwerten. Bereits bezogen sind die Flächen der britischen Traditionstextilmarke Barbour. Der weltbekannte Spezialist für Wachsjacken ist Hoflieferant des britischen Königshauses. Zum März haben das dänische Modelabel Redgreen und die renommierte Vintage-Marke Fossil, ihre Flächen bezogen.
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