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Durchdrungen und verwebt

Eine Schulkantine wird zum neuen Herz der Schule in Langenhorn

Im Zuge der Umstellung der Hamburger Schulen auf einen ganztägigen Betrieb werden viele Standorte... mehr
Im Zuge der Umstellung der Hamburger Schulen auf einen ganztägigen Betrieb werden viele Standorte mit neuen Schulkantinen ergänzt. Meist wird bei dieser Gelegenheit auch eine Lösung gesucht für den weiteren Raumbedarf der Schulen. Es gibt für diese Bauaufgabe keine standardisierte Lösung, da die Schulstandorte zu unterschiedlich sind. Dabei stellt sich regelmäßig die Frage, wie weit sich die ergänzenden Baukörper in den Bestand gestalterisch integrieren oder in zeitgenössischer Architektursprache kontrastierend absetzen sollen.

Die wesentlichen Gebäude der Schule am Neubergerweg in Langenhorn sind typische Schulbauten der späten 1950er Jahre mit Rotklinker-Stirnwänden und flach geneigten Dächern. Eine vorhandene Pausenhalle war baufällig und für eine Ertüchtigung nicht geeignet. Die neue Schulkantine sollte darüber hinaus auch als Multifunktionsraum für Veranstaltungen wie Einschulungen und Aufführungen dienen sowie Räume für den Hortbetrieb bieten. Zudem war der Haupteingang der Schule schwer auffindbar und sollte neu geordnet werden.

Der Beitrag von eins:eins Architekten zu dieser Bauaufgabe nimmt die Architektursprache des Bestandes auf und führt sie in zeitgenössischer Weise fort, ohne den harten Kontrast oder gar den Bruch zu suchen: Der neue Baukörper steht auf dem Platz der früheren Pausenhalle und schmiegt sich an die bestehende Musikhalle. Die Lücke zwischen Verwaltungstrakt und Musikhalle wird geschlossen, so kann an dieser Stelle ein neuer Eingang für die Schule ausgebildet werden. Horizontale Linien der Bestandsgebäude und deren Materialien, Sichtbeton und roter Backstein, werden im Neubau innen und außen aufgenommen und fortgesetzt.

Die neue Schulkantine liegt zentral zwischen den übrigen Bauten und verwebt deren Funktionen. Sie bildet das neue Herz der Schule. Auflagen der technischen Schulbaurichtlinie an die Dach­entwässerung brachten es mit sich, dass der eigenständige Baukörper der alten Musikhalle vollständig überstülpt und als Haus im Haus in den neuen Baukörper integriert wurde.

Die symbiotische Durchdringung spröder Schularchitektur der 1950er Jahre mit neuen, freieren Elementen kulminiert in dem neuen Multifunktionsraum: Eine Längsseite wird durch die ehemalige Außenwand der Musikhalle gebildet, Rotklinker-Wandscheiben des Verwaltungstraktes finden ein Echo an den Stirnseiten. Neue Elemente, wie die raumhohe Glasfassade und die großen Oberlichter erhellen den Raum, Linienführungen der Wände werden in der Deckenteilung und sogar im Fußbodenbelag fortgesetzt. Die Kombination von Alt und Neu erfolgt spielerisch, jedoch nie regellos. Jedes Element fügt sich in eine komplexe Ordnung ein.

www.einszueins.eu
Architekten: eins:eins Architekten www.einszueins.eu Fotos: Tobias Habermann |... mehr

Architekten:

eins:eins Architekten
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Fotos:

Tobias Habermann | Photography*
www.tobiashabermann.com