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Bahrenfelder Mischung

Das neue Quartier vereint ganz unterschiedliche Nutzungen in lebendiger Nachbarschaft

In Bahrenfeld gibt es neben markanten Wohnanlagen aus den 1920er-Jahren und Hamburgs größtem... mehr

In Bahrenfeld gibt es neben markanten Wohnanlagen aus den 1920er-Jahren und Hamburgs größtem Park, dem Altonaer Volkspark, auch zahlreiche gewerbliche Areale. Insbesondere Fabriken und Gewerbehöfe aus der Zeit der Industrialisierung sind in den letzten Jahren bereits umgenutzt worden. In diesem Zusammenhang ist auch die Entwicklung an der Stahltwiete zu sehen. Auf dem Gelände mit diversem Kleingewerbe ist ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungen, Büros, produzierendem Gewerbe, Kita und Ladenflächen entstanden.

Das Architekturbüro Schenk + Waiblinger hatte 2009 den städtebaulichen und 2010 den hochbaulichen Wettbewerb gewonnen. Dem Bezirk Altona war der Erhalt von Flächen für produzierendes Gewerbe ein besonderes Anliegen, deshalb war die Gestaltung eines verträglichen Miteinanders von lärmendem Gewerbe und hochwertigem Wohnen eine besondere Herausforderung. Der im Verfahren entwickelte Bebauungsplan spiegelt diese Verbindung in seiner Ausweisung von Gewerbe-, Misch- und Wohngebiet wider. Im Norden zur Stresemannstraße liegt der Werkhof. Dann schließt sich südlich der langgestreckte Riegel des gemischt genutzten „Hybrids“ entlang der autofreien Quartiersgasse an. Auf der gegenüberliegenden Seite sind die Wohnnutzungen angeordnet. Das gesamte Gebiet ist von einer Tiefgarage unterbaut.

Das Hybridgebäude umfasst Wohnungen, Büro- und Gewerbeflächen und eine Kita. Die Kubatur ist an der Quartiersgasse durch eine Faltung aufgelockert, jedoch durch die Strenge der Lochfassade in sich ruhend. Die Mischung aus produzierendem Gewerbe in gut 6 m hohen Einheiten entlang der Quartiersgasse, Büros am „Kopf“ an der Stahltwiete und Wohnungen in den fünf oberen Geschossen, verleiht dem neuen Quartier ein eigenes, ortstypisch lebendiges Erscheinungsbild.

Die drei reinen Wohngebäude sind gegenüber des Hybridgebäudes entlang der Quartiersgasse angeordnet und beleben sie durch Staffelgeschosse, Vor- und Rücksprünge und unterschiedliche Fassadenmaterialien. Rückwärtig bilden sie auf einem gemeinsamen Sockel individuelle Wohnhöfe mit grünen, nachbarschaftlichen Freiräumen aus. An einer ruhigen Wohngasse schließen sich dann quasi als dritte Schicht am südlichen Rand des Quartiers neun Stadthäuser mit privaten Gärten auf der Rückseite an. So ermöglichen die unterschiedlichen Bautypologien im Quartier vielfältige Wohnformen. Die Freiflächengestaltung durch Breimann & Bruun Landschaftsarchitekten folgt der übergeordneten städtebaulichen Gesamtkonzeption und greift zum einen die Charakteristik der benachbarten Umnutzungen wie Phoenixhof und Kühnehöfe mit multifunktional nutzbaren, befestigten Freiräumen auf. Zum anderen führt sie die lineare Durchdringung weiter, die sowohl die bestehende als auch die neue städtebauliche Situation am Ort kennzeichnet.

Die Quartiersgasse wird als Gemeinschaftsfläche vielfältigen Nutzungsansprüchen gerecht. Sie ist Treffpunkt und Kommunikationsort, dient als Spiel- und Bewegungsfläche, kann zur Anlieferung genutzt werden und ermöglicht die fußläufige Durchwegung. Durch die Abtrennung vom Verkehr durch Poller kann sie gefahrlos von Kindern zum Spielen und als Verbindung zu den anderen Freiräumen genutzt werden. Die befestigten Flächen sind in Granitkleinsteinpflaster teppichartig ausgeführt mit linienförmigen Bandstrukturen aus großformatigen Betonplatten für Beleuchtungen, Fahrradständer, Pflanzelemente und Abfallstationen. Die Gestaltung des neuen Quartiers schafft einen virtuosen Nutzungsmix und fördert ein konfliktfreies Nebeneinander.

www.schenk-waiblinger.de

Architekten: Schenk + Waiblinger www.schenk-waiblinger.de Fotos: Martin Kunze mehr

Architekten:

Schenk + Waiblinger
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Fotos:

Martin Kunze