Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Verkehrskonzepte der Zukunft

Frankfurt setzt auf eine Verzahnung des Mobilitätsangebots

Täglich stehen Millionen Menschen weltweit in den Metropolregionen im Stau, die bestehenden... mehr
Täglich stehen Millionen Menschen weltweit in den Metropolregionen im Stau, die bestehenden urbanen Mobilitätskonzepte stoßen an ihre Grenzen. Gibt es Möglichkeiten, den zunehmenden Personen- und Güterverkehr in den Griff zu bekommen? Ja, sagen Stadtentwicklungsplaner. Immer mehr Ballungsräume setzen nämlich auf eine nachhaltige Verkehrsplanung – mit Erfolg. Zum Beispiel in Frankfurt am Main.

Von 2008 auf 2013 nahm die Bevölkerung im Gebiet des Regionalverbandes um 2 Prozent zu, in Frankfurt um 6,2 Prozent. Für den Frankfurter Innenstadtbereich zeigt sich jedoch eine überraschende Entwicklung – hier nimmt der Verkehr seit 1988 ab. Einer der Hauptgründe: Die Infrastruktur an Alternativen zum eigenen PKW wurde kontinuierlich ausgebaut, wer heute ins Theater, zum Einkaufen oder Arbeiten nach Frankfurt kommt, verzichtet darauf, auch den letzten Meter mit dem Auto zu fahren. Angesichts des ungebrochenen Wachstums setzt die Stadt verstärkt auf den öffentlichen Nahverkehr. Die Bilanz der letzten zehn Jahre: zwei neue U-Bahn-Linien, eine erweiterte; zwei neue Tramstrecken sowie ein massiv ausgeweitetes Busnetz. Auch die Barrierefreiheit der Haltestellen wird sukzessive umgesetzt.

Die Fortbewegung von morgen könnte eine Kombination aller Verkehrsmittel darstellen. Hier setzt die Mainmetropole bereits auf eine Verzahnung des Mobilitätsangebots: Mit dem E-Ticket des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) können inzwischen auch Car-Sharing-Fahrzeuge genutzt werden. Unabhängig von der Stadt realisieren zudem Unternehmen der Region alternative Verkehrskonzepte: Im Dezember 2011 kauften sich zum Beispiel das Wohnungsbauunternehmen ABG und die Mainova mit jeweils einem Drittel beim Car-Sharing Anbieter book-n-drive ein. Seitdem können viele Mieter der ABG ganz selbstverständlich auf Car-Sharing Fahrzeuge in ihrer Tiefgarage zugreifen. Gemeinsam mit dem RMV werden vergünstigte Mietertickets erprobt, die nach einem ähnlichen Solidaritätsprinzip funktionieren wie die schon bewährten Job-Tickets: steigt die Zahl der Abonnenten, vergünstigt sich der Preis.

Seit 2006 werden in Frankfurt zudem keine Straßen mehr neu gebaut, ohne den Radverkehr zu berücksichtigen. Auch im Bestand und abseits großer Baumaßnahmen versucht die Stadt, Flächen zugunsten des Radverkehrs neu aufzuteilen und beispielsweise Radstreifen zu schaffen, wo es vorher keine gab. Aktuell geplant ist etwa die Umgestaltung der Straße Am Dornbusch. Auf einer Länge von rund 400 Metern wird diese grundlegend neu gestaltet – leiser, grüner und fahrradfreundlicher. Die stillgelegten Gleise und das Holperpflaster weichen – voraussichtlich ab Herbst 2015 – einer funktionalen Straße mit Radwegen und neu gepflanzten Bäumen.

Grundsätzlich hat der Radverkehr in der Bauleitplanung einen höheren Stellenwert erhalten. So weist der Regionale Flächennutzungsplan ein regional bedeutsames Radroutennetz aus, das sowohl bestehende Streckenabschnitte als auch geplante Strecken umfasst und auf der kommunalen Ebene Berücksichtigung finden muss. Für die Stadtentwicklung bedeutet das: Es entsteht kein neues Wohn- oder Gewerbegebiet ohne Anschluss an das Radverkehrsnetz.

www.frankfurt.de
www.radfahren-ffm.de