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Parkhausarchitektur

Frankfurts Diskrepanz von Ästhetik und funktionalem Parken

Frankfurts Populationsentwicklung steigt stetig und dies liegt nicht nur im Schwerpunkt einer... mehr
Frankfurts Populationsentwicklung steigt stetig und dies liegt nicht nur im Schwerpunkt einer Messestadt und eines Finanz- und Handelszentrum. Es hängt auch mit der verkehrsgünstigen Lage zusammen. Daher ist Frankfurt auch heute der Verkehrsknotenpunkt schlechthin mit einem der größten Flughäfen Europas, dem verkehrsreichsten Autobahnkreuz der Republik und dem größten Personenbahnhof Deutschlands. Zudem kommen täglich 334.000 Pendler in die Stadt. Die zunehmenden PKW-Zulassungen und die Besucherströme machen ein effizientes Verkehrsleitsystem nötig, das 2006 modernisiert wurde. Darin integriert ist ein Parkleitsystem, das im Innenstadtbereich den schnellsten Weg zum nächsten Parkhaus weist. Freuen kann sich dann derjenige, der im ADAC-Testsieger von 2013, in der 2006 eröffneten und zentrumsnahen Tiefgarage am Goetheplatz, fündig wird. Das Parkhaus punktet durch eine übersichtliche Gestaltung, deutlich markierte Fußwege und ausreichend Sonderparkplätze. Darüber hinaus trugen Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Videoüberwachung sensibler Bereiche zur Gesamtnote „gut“ bei. Mehrheitlich gleichen die Parkgebäude aber eher Fremdkörpern – dem Stadtbild nicht zugehörig. Als „Lagerhäuser für temporäre Entsorgung von Autos“ bezeichnet der Kulturwissenschaftler Jürgen Hasse die Parkhäuser der 1960er- und 1970er-Jahre sogar.

Ein solches Beispiel ist das Karstadt-Parkhaus in der Frankfurter Innenstadt. Eng, grau und dunkel präsentiert sich das 1963 errichtete Gebäude in der Brönnerstraße. Aber es ist gut frequentiert. Der Eigentümer schätzt die Auslastung auf 70 Prozent. Aus ökonomischer Sicht gibt es deshalb keinen Handlungsbedarf – jedoch aus ästhetischer Sichtweise. „Das ist eine Aufgabe der Zukunft. Wir werden es künftig mit vielen Bauten dieser Art zu tun haben“, weiß der Leiter des Deutschen Architekturmuseums Peter Cachola Schmal. „Die Parkhausungetüme wirkten oft wie blinde Flecken im Stadtgefüge und würden gerade abends und nachts von vielen als unsicher empfunden, sagt auch die Präsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, Brigitte Holz. Einige wenige Beispiele zeigen jedoch, dass nicht alle Parkhausbetreiber eine gestalterische Tristesse unterstützen. Seit 2012 entsteht auf historischem Stadtgrundriss das neue Dom-Römer Quartier. Das Bauprojekt beinhaltet neben dem Neubau des Stadthauses und der 35 Altstadthäuser auch die neue Dom-Römer Tiefgarage mit insgesamt 610 Stellplätzen. Die Gestaltung zeichnet sich durch eine einfache Symbolsprache aus, ähnlich wie bei einem Kartenspiel, und durch die Wahl der Signalfarbe Rot, sorgt sie für eine prägnante Logik.

Sucht man jedoch Parkgebäude mit ansprechender Baukunst oberhalb der Frankfurter Stadterde, wird es schwierig. Dabei kann es so einfach sein wie das Beispiel in Santa Monica beweist, das vom deutschen Architekturbüro Behnisch Architekten gestaltet wurde. Die Fassade ist in positiver Weise nicht nur stadtprägend, sondern auch identitätsstiftend.

Zahlen & Fakten  PKW insgesamt: 346.967 (Stand 31.12.16) + ca. 334.000 Pendler... mehr

Zahlen & Fakten


PKW insgesamt:
346.967 (Stand 31.12.16)
+ ca. 334.000 Pendler

Einwohner:
729.624 (Stand 31.12.2016)

Parkhäuser mit Anbindung an das Verkehrsleitsystem:
40 mit ca. 20.500 Stellplätzen

Parkhäuser ohne Anbindung:
ca. 12

P + R Anlagen:
ca. 11

Anwohnerparkgebiete:
37 (Innenstadt)

Parkleitsystem seit 1993