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NEUES BAUEN IN ALTER UMGEBUNG

Willkommen in der Paradiesgasse

Das Dreifamilienwohnhaus befindet sich an dem 1500 Jahre alten fränkischen Handelsweg, der... mehr

Das Dreifamilienwohnhaus befindet sich an dem 1500 Jahre alten fränkischen Handelsweg, der unmittelbar in die Furt mündete. Heute entsteht an der Paradiesgasse eine neue Kulturmeile. Der Kuhhirtenturm, der Teil der Stadtbefestigung war, wird mittlerweile als Hindemith-Museum genutzt und der Paradieshof derzeit zu einem Kabarett-Theater ausgebaut.

Hier, in der Paradiesgasse 13, ist während einer zweijährigen Bauzeit von 2010 bis 2012 ein neuer Baukörper entstanden, der die Typologie der Wohnhäuser des Viertels aufgreift und zitiert. Dabei schiebt sich der Betonkörper auf drei Ebenen in den Straßenraum hinein und nutzt den Luftraum. Flankiert wird er beidseitig von historisierenden Wohnhäusern. Seit 1944 eine Kriegslücke galt das Grundstück mit drei Fluchtwegen aus dem Nachbarhaus bislang als nicht bebaubar. Die Lösung lag darin, die Fluchtung einzuarbeiten und sie zu einem maßgeblichen Merkmal des Grundrisses zu machen.

Auf dem acht Meter breiten Grundstück, das eine Gesamtgröße von 143 m² umfasst, sind auf sechs Ebenen zwei Arbeitswohnungen und eine Maisonette-Wohnung eingerichtet. Dabei ist das Wohnhaus mit Niedrig-Energie-Ausstattung sehr anpassungsfähig. Das bedeutet: Mit wenigen Handgriffen könnten auf Wunsch sechs Einzelwohnungen entstehen. Umgekehrt ist es auch möglich, die oberen drei Etagen durch das Versetzen einer Tür zu einer einzigen großen Familienwohnung zu machen. Vier der Etagen sind barrierefrei und damit auch für Senioren oder Familien mit kleinen Kindern, die auf einen Kinderwagen angewiesen sind, geeignet. Auf jeder Etage gibt es Lichtachsen, die den Durchblick durch die komplette Hauslänge ermöglichen. In Sachen Komfort erhielt das Haus zusätzlich zu einem Aufzug zwei Garagenplätze, welche die tägliche Parkplatzsuche ersparen.

Aus Beton und Kalksandstein mit einem Wärmedämmverbundsystem, die Fußböden aus einem hellen Sichtbeton, präsentiert sich das im Mai 2012 endgültig fertig gestellte Wohnhaus als moderne Ergänzung zum geschichtsträchtigen Umfeld. Dabei verleihen wandbündige, raumhohe Türen bei einer Deckenhöhe von 2,74 m das Flair eines Altbaus. Zugleich sorgen die überwiegend bodentiefen Fenster für lichtdurchflutete Räumlichkeiten.

Der 43 m² große Garten wurde mit Hilfe einer „grünen Wand“ in die Höhe gezogen. Fragmente des alten Sandsteinkellers, eine vom Nachbarn überbaute Ruinenwand und ein neuer gradliniger Brunnen ergeben dabei eine kleine mediterrane Oase, die zum Erholen gleich hinterm Haus einlädt. Nahe der Frankfurter Altstadt zeigt das gotische Betonhaus in der zukünftigen „Sachsenhäuser Puppenstube“, dass zeitgemäße Materialien Formen zulassen, die sich mit dem mittelalterlichen Formen-Repertoire gut vertragen. Während in der Innenstadt seit Jahren die imitierte Altstadt diskutiert und beplant wird, verfällt gegenüberliegend auf der Sachsenhäuser Flussseite der Bestand des 16. und 17. Jahrhundert. Das erste Beispiel der Nachverdichtung in gewachsener Umgebung ist während der vergangenen drei Jahre seitens der Stadt Frankfurt mit höchsten Auflagen belegt worden, so dass die Messlatte für Nachahmer sehr hoch hängt.

www.deutsch-architekten.de

Architekten: Deutsch Architekten www.deutsch-architekten.de Fotos: Barbara Staubach... mehr

Architekten:

Deutsch Architekten
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Fotos:

Barbara Staubach
www.barbara-staubach.de