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Für Reisen in die Vergangenheit

Das Keltenmuseum am Glauberg

Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage war das Plateau am Rand der Wetterau vom 5.... mehr
Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage war das Plateau am Rand der Wetterau vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis ins hohe Mittelalter ein beliebtes Siedlungsgebiet. Noch heute sind die Überreste der Siedlungen im Gelände zu sehen und machen den Glauberg zu einem ganz besonderen Ort. Vor allem, nachdem man in der Zeit zwischen 1994 und 1999 zwei Grabhügel mit drei keltischen „Fürstengräbern“ inklusive reichhaltigen, vollständig erhaltenen außergewöhnlichen Grabbeigaben fand. An diesem Ort wurde von 2008 bis 2011 das Keltenmuseum gebaut, dessen Architektur auf große Gesten verzichtet und sich zugunsten der historisch geprägten Landschaft zurücknimmt. Als klar konturierter und eindeutiger Baukörper fügt sich das Keltenmuseum in den weitläufigen Landschaftsraum ein. Halb im Hang verborgen richtet es sich zum Keltenhügel aus und lässt dabei bewusst den Grabhügel Hauptakteur sein.

Der geschützte Freiraum unter der mächtigen Auskragung dient als Start- und Endpunkt für die Erkundung des Museums. Eine breite Treppenrampe im Inneren des Gebäudes empfängt den Besucher und leitet ihn langsam in die Ausstellung. Der geschlossene Körper gewährt eine Ausstellungssituation, die den lichtempfindlichen Exponaten gerecht wird und den Besucher ganz in die Keltenwelt eintauchen lässt.

Dabei basiert die Ausstellungsarchitektur auf dem übergeordneten Prinzip der Schichtung. Die Geschichte und Kultur der Kelten wird in einzelnen Schichten freigelegt und modelliert in einem neutralen Raum differenzierte Zonen und Übergänge. Unterschiedlich geformte, horizontal verlaufende und vertikal geschichtete Bänder, die vor- und zurückspringen, bilden wandlungsfähige Ausstellungskörper. Es entsteht kein streng vorgegebener Parcours, sondern ein offenes fließendes Ausstellungskonzept, das die vielseitigen Aspekte der Keltenwelt zusammenführt. Einer der Höhepunkte der Ausstellung ist das große Panoramafenster, das einen beeindruckenden Ausblick auf den Grabhügel ermöglicht, der so zum eigentlichen Ausstellungsstück wird.

Die kompakte Form wird durch eine Verkleidung aus großformatigen Cortenstahlplatten unterstützt. Die weitestgehend stützenfreien Räume werden über sechs Meter hohe Stahlfachwerke in den geschlossenen Seitenwänden ermöglicht, die als Auflager für die leichten Geschossdecken dienen. Die Rückverankerung ist als konventioneller Stahlbeton-Massivbau konstruiert.

Die kompakte Bauform und geringe Hüllfläche reduzieren den Primärenergiebedarf. Die hinterlüftete Metallfassade aus Cortenstahl, die energetisch einen optimalen Standard darstellt, minimiert die Betriebskosten, da laufende Wartungskosten entfallen. Auch die technische Gebäudeausrüstung wurde unter nachhaltigen Aspekten konzipiert und entspricht diesem Anspruch mit einer CO²-neutralen Holzpelletheizung und einer Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung.

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Werner Huthmacher
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