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Einender Ruhepol

Die neue Stadthalle in Lohr am Main wendet sich architektonisch allen zu

Es ist eine Halle mit Geschichte, auch wenn der Neubau von Bez + Kock Architekten noch jung ist.... mehr

Es ist eine Halle mit Geschichte, auch wenn der Neubau von Bez + Kock Architekten noch jung ist. Für die Einwohner der Fachwerkstadt Lohr am Main nämlich spielt ihre Stadthalle eine große Rolle. Hatte sich die Bevölkerung doch schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg für den Bau eines kulturellen und sozialen Mittelpunktes ihrer Stadt engagiert. 1951 wurde dieser dann eingeweiht, später erweitert und auch renoviert. Nach vielen Diskussionen entschied man sich Jahrzehnte später für einen Neubau. 2006 wurde die alte Halle abgerissen und nach einer europaweiten Ausschreibung entschied sich die Stadt schließlich für die Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Büro Bez + Kock als Generalplaner. Ihr Neubau besetzt nicht nur eine städtebaulich wichtige Stelle an der Ortseinfahrt, sondern er ist auch kultureller Zielpunkt in der Region für Musik-, Theater- und Konferenzveranstaltungen.

Der Entwurf von Martin Bez und Thorsten Kock zeichnet sich durch eine eigenständige Gestalt in Form eines siebeneckigen Solitärgebäudes aus, welches in der sehr heterogenen Umgebung einen starken, einenden Ruhepol bildet. Es kehrt niemandem den Rücken zu und orientiert sich dennoch über den vorgelagerten, öffentlichen Platz eindeutig Richtung Altstadtkern. Im Innern beherbergt der weitgehend geschlossene, massive Baukörper ein zentrales, lichtdurchflutetes Foyer über zwei Geschosse, welches über großzügige Glasfassaden mit der Außenwelt in den Dialog tritt. Dieses ebenso lichte wie weiträumige Foyer verbindet die verschiedenen Bereiche: Im Erdgeschoss gruppieren sich Haupteingang, der große Veranstaltungssaal und das Bistro um das Foyer. Im ersten Obergeschoss gelangt man über die umlaufende Galerie des Foyers in die Konferenzbereiche und die Empore des Saals. Eine zweigeschossige Verglasung nach Süden bietet hier Ausblicke auf den Main. Auch verstreute Lochfenster gewähren unterschiedliche Ausblicke und wirken mit ihren breiten Holzrahmen wie Bilder in einer Petersburger Hängung.

Um die Skulpturalität des Gebäudes zu unterstreichen, entschieden sich die Architekten für den Baustoff Backstein. Der kam auch im Foyer zum Einsatz, um die Grenzen von innen und außen zu verwischen. Der feine Holzausbau aus regionalem Eichenholz mit seinen warmen Farbtönen bildet in den Räumen in Optik und Haptik einen bewussten Gegensatz zur äußeren Hülle. Der Naturwerkstoff überzeugt dabei mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sowohl als Vollholz als auch als Furnier im Möbelbau und als akustisch wirksame Decken- und Wandverkleidung. Das Projekt wurde geleitet von Michael Gaisser unter Mitarbeit von Iris Schulenberg, Andrea Stegmaier und Antonia Hauser. 

bez-kock.de

 

Architekten: Bez + Kock Architekten bez-kock.de Fotos: Brigida González... mehr

Architekten:

Bez + Kock Architekten
bez-kock.de

Fotos:

Brigida González
www.brigidagonzalez.de