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Alles eine Frage des guten Tons

Das Haus der Chöre in Frankfurt

Der Gebäudetypus, ein Haus für Chor- und Orchesterproben ohne Publikumsverkehr, ist bislang... mehr
Der Gebäudetypus, ein Haus für Chor- und Orchesterproben ohne Publikumsverkehr, ist bislang einmalig. Das freistehende Haus nimmt Bezug auf die gegenüberliegende Kirche und öffnet sich zur direkt angrenzenden Bertrams­wiese. Die schlichte und dennoch ausdrucksstarke Großform des Gebäudes mit seinen nach innen gewölbten Außenwänden und dem nach innen gewölbten Dach ist weithin sichtbarer Ausdruck der akustischen Besonderheit des Chorhauses: Der Ton im Proberaum muss möglichst vielfältig zerstreut werden. Diese dynamische Verformung des massiven Baukörpers führt zu einer optischen Verringerung der Gebäudegröße – zugleich werden akustisch ungünstige parallele Flächen im Innern vermieden. Der Klinker auf den drei Außenwänden unterstreicht den monolithischen Charakter des Gebäudes und verbessert den Schallschutz. Zum Park schließt der Proberaum mit einer Glasfassade für eine natürliche Belichtung ab. In diese ist zur Reduzierung der Transparenz eine Sichtbetonwand eingestellt, die auf der Innenseite komplementär zum Grün der Bäume mit roten gebogenen Holzpaneelen verkleidet ist.
Das Chorhaus wird über die Kaiser-Sigmund-Straße erschlossen. Vom Foyer aus erschließt sich der Proberaum über eine verglaste akustische Schleuse aus Sichtbeton. Die Trennung zwischen Foyer und Saal übernimmt eine Multifunktionswand, in der alle wichtigen haustechnischen Installationen sowie Abstellräume für die Notenbücher der Chöre integriert sind. Zur Probe nehmen die Chormitglieder auf den Sitzstufen Platz, die dem leicht abfallenden Geländeverlauf auf dem Grundstück folgen. Deren gerundete Anordnung unterstützt die Kommunikation und das gegenseitige Hören der Chormitglieder untereinander. In der Ebene des Raumes ist Platz für ein großes Orchester. Dank der ausgeklügelten Gebäudeform sind im Inneren nur wenige raumakustische Eingriffe nötig. Die auf drei Seiten in den Proberaum eingestellte Wandverkleidung wirkt als Tiefenabsorber. Sie kontrastiert mit ihrem hellgrauen Farbton zu den ansonsten in Anthrazit behandelten Wänden und Decken des Gebäudes. Die weiteren Einbauten wie Deckensegel und Verkleidung der Sichtbetonwand sind als Schallreflektoren ausgebildet, die den Schall im Raum zerstreuen und verteilen. Die Grundbeheizung erfolgt über, hinter den Wandverkleidungen montierte, Konvektoren. Über die Lüftungsanlage wird das Gebäude zusätzlich beheizt oder im Sommer in Verbindung mit einer Kühldecke gekühlt. Mit den parallel zu den tragenden Bindern montierten Lichtbändern wird eine gleichmäßige Ausleuchtung des Gebäudes für eine ermüdungsfreie Lesbarkeit der Noten während der Proben realisiert. Die abgedimmten Lichtbänder sorgen in Verbindung mit der sonstigen Akzentbeleuchtung z.B. der Uplights vor der roten Wand für eine stimmungsvolle Beleuchtung bei Veranstaltungen.

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Architekten Wolfgang Ott www.ott-line.de Fotos Wolfgang Ott www.ott-line.de... mehr

Architekten

Wolfgang Ott
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