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Wohnen und Arbeiten im Herzen der Stadt

Das Projekt Kirchstraße 26 a in Düsseldorf

Mitten in Düsseldorf, im Stadtteil Oberbilk, ist in einem lange Zeit ungenutzten Hinterhof ein... mehr

Mitten in Düsseldorf, im Stadtteil Oberbilk, ist in einem lange Zeit ungenutzten Hinterhof ein neues Wohnhaus für eine vierköpfige Familie entstanden. Das ehemalige Arbeiterviertel mit seiner zentralen Lage verfügt noch über einige solcher Hinterhöfe und Lücken mit bislang ungenutzten Potentialen.

Das neue Haus wird durch das Vorderhaus erschlossen. Straßenseitig ist nicht zu erkennen, dass hinter dem Gebäude etwas Neues entstanden ist. Die Innenhoflage sorgt für eine ruhige Atmosphäre und erhöht durch die nicht gegebene Einsehbarkeit die Wohnqualität. Die Idee hierzu kam mit der Anmietung eines Ladenlokals für das eigene Architekturbüro der Architekten Katrin und Jörg Wollenweber im Vorderhaus. Die Vorteile in der Stadt in einem eigenen Haus zu wohnen, konnten hier mit dem Arbeiten im Vorderhaus kombiniert werden. Die hieraus resultierenden kurzen Wege ersparen nicht nur viel Zeit, sondern entsprechen auch dem ökologischen Lebenskonzept der Familie. Alle Bedürfnisse des täglichen Lebens können so mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad erledigt werden.

Zunächst musste ein baufälliger, seit Jahren ungenutzter Kleinbetrieb abgerissen werden. Das freigewordene Grundstück, welches von drei Seiten durch Grenzmauern eingeschlossen ist, sollte innerhalb des strengen Bebauungsplanes optimal genutzt werden, ohne auf großzügige Belichtung verzichten zu müssen. Gleichzeitig galt es die nötigen Abstandsflächen zum Vorderhaus einzuhalten. So ergab sich ein L-förmiger Baukörper, der durch die neu entstandenen zwei Höfe eine optimale Sonneneinstrahlung erlangt und eine Großzügigkeit in dem vormals ungenutzten Hinterhof erzeugt.

Das Gebäude wurde als Holzrahmenbaukonstruk­tion errichtet. Dies ermöglichte einen weitestgehend reibungslosen Ablauf der Baumaßnahme. Die großformatigen Bauteile wurden mit einem Kran über das Vorderhaus hinweg in den Innenhof gehoben. Hier wurden diese dann umgehend an die richtige Position gestellt und montiert. Das im Vergleich zu Beton weit geringere Gewicht des nachwachsenden Rohstoffes Holz ermöglichte die Vorfertigung großformatiger Bauteile, die eine schnelle Montage gewährleisteten. Zudem wäre der Transporte von Betonfertigteilen über das 21 Meter hohe Vorderhaus schlicht nicht praktikabel gewesen.

Die Holzrahmenkonstruktion ist sehr gut gedämmt und hat zusätzlich außenseitig eine Holzdämmung erhalten. Mit einer Gesamtdämmstärke von 36 cm erreicht die Konstruktion Passivhausstandard. Die Fenster sind mit einer Dreischeibenverglasung ausgestattet. Beheizt wird das Gebäude durch eine Sole/Wasser-Wärmepumpe. Das entsprechende Gerät für die geothermischen Bohrungen wurde ebenfalls durch den Flur des Vorderhauses in den Hinterhof transportiert. Hier wurde es auseinandergefaltet, um dann die entsprechenden Bohrungen durchzuführen. Insgesamt benötigt das Gebäude ca. 8,6 KW/m² Endenergie im Jahr.

Die zu beheizende Fläche von knapp 160 m² verteilt sich in dem eingeschossigen Gebäude auf fünf Ebenen, die als Split-Level das Gebäude zonieren. Der offene, hohe Wohnraum mit dem angegliederten Koch- und Essbereich verbindet die beiden neu geschaffenen Freiräume beziehungsweise Höfe miteinander und bildet den zentralen Raum des Gebäudes. Die Belichtung erfolgt über großzügige, teilweise über zwei Ebenen führende Fensterelemente. Der erforderliche Sonnenschutz wird durch sonnengesteuerte Screens erreicht. Die Fassade besteht aus einer offenen Rautenschalung, von der im oberen Bereich des Wohnraumes jede zweite Reihe vor die Verglasung geführt wird. Dies sorgt in diesem Bereich für eine optimale Verschattung. Im Winter, wenn die Sonne flach einfällt, werden maximale solare Gewinne erzielt. Im Sommer bei hochstehender Sonne wird bei maximaler diffuser Lichteinstrahlung optimal verschattet. Zusätzlich sind auf dem Dach Solarthermiekollektoren vorgesehen, die für die Warmwasserbereitung genutzt werden.

www.wollenweb.de

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Architekten:

Wollenweb Architektur
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Fotos:

Katrin und Jörg Wollenweber
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