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Wohnen mit Grünblick

Ein Patio verbindet zwei Stadtvillen in einer Parkwohnanlage

n einem alten, historischen Villenquartier in Wuppertal-Barmen, genauer im Dichter- und... mehr
n einem alten, historischen Villenquartier in Wuppertal-Barmen, genauer im Dichter- und Komponistenviertel unterhalb der Barmer Anlagen, ergab sich die Möglichkeit ein weitläufiges Grundstück neu zu bebauen und nachzuverdichten. Das immerhin 4.800 m2 große, durchgrünte Areal sollte so bebaut werden, dass seine besonderen topographischen Qualitäten artikuliert und akzentuiert werden: Die in die Tiefe des Grundstückes ansteigende Hanglage inspierierte Gerlich Architektur im Dialog mit dem Bauherren Pro Objekt zu einem Gebäudeensemble aus fünf, hintereinander gesetzten, mehrgeschossigen Wohngebäuden, die in ihrer Etagenzahl abgestuft wurden. Aufwändige, von einem Gartenarchitekten gestaltete, Außenräume trennen die Gebäudegruppen voneinander ab. Die beiden Stadtvillen bilden mit jeweils zwei Geschossen das letzte Doppelglied der Reihe, das zugleich an höchster Position am Hang liegt. Dort ergeben sich grüne Ausblicke in die gesamte Parkwohnanlage.

Die beiden in strahlendem Weiß verputzten, kubisch dimensionierten Bauten wurden so zueinander versetzt, dass zwischen ihnen ein versenkter, durch eine Grenzmauer quadratisch gesäumter Patio seinen Platz findet. Inmitten der Wohnanlage erschafften die Architekten so einen Hof, der einerseits den Bewohnern als Zufahrt zu den Tiefgaragenstellplätzen dient, der andererseits aber auch kommunikative Funktionen übernimmt: Der mit einem Baum zentral akzentuierte Lichthof, der in Teilen spannungsvoll von der Wohnbebauung überkragt und verschattet wird, schafft einen halböffentlichen Raum für das soziale Miteinander. Nicht nur an lauen Sommerabenden können sich hier die Bewohner zum Plausch treffen und austauschen.

Beide Stadtvillen bieten auf jeder Etage eine jeweils bis zu 140 m2 große, weitläufige Zwei- oder Dreizimmer-Wohnung, ausgestattet mit individuellen Grundrissen und großzügig geschnittenen, etwa 30 m2 großen Balkonterrassen. Jede Wohnung wurde an allen vier Seiten mit zum Teil bodentiefen Fenstern ausgestattet, die rundum Ausblicke in den Park und die Wohnanlage erlauben. Im Untergeschoss wurden außerdem Räumlichkeiten für jede Wohnung vorgesehen die Sauna- und Fitnessbereiche oder auch ein Gäste- oder Arbeitszimmer aufnehmen können. Darunter liegen die Kellerräume und jeweils fünf Tiefgaragenstellplätze, die den Bewohnern jeder Villa zur Verfügung stehen.

Der ökologische Anspruch von Bauherr und Architekt drückt sich unter anderem darin aus, dass zusätzlich zu den Anforderungen der aktuellen Energieeinsparverordnung, beide Häuser mit regenerativen Energiequellen ausgestattet wurden. Erdwärmesonden werden als Wärmequelle genutzt und die gewonnene Wärme mittels einer Fußbodenheizung individuell in jede Wohnung geführt. Tatsächlich sind es etwa 75 % der Heizenergie, die die Wärmepumpenheizung so aus dem Erdreich gewinnt, ohne dass dabei Energiekosten irgendeiner Art anfallen. Lediglich 25 % des Heizenergieverbrauchs werden durch Fremdenergien wie Strom gedeckt.

Die moderne Architektursprache der Bauten, die an den Stil der neuen Sachlichkeit angelehnt ist, setzt inmitten des historistischen Villenviertels einen markanten Kontrapunkt. Und doch wirken die Stadtvillen im vorhandenen Kontext nicht beliebig: Sie setzen sich von der Bestandsbebauung deutlich ab, ohne sich von ihr zu distanzieren. Traditionelle Stilelemente werden subtil in die Gegenwart übersetzt, ohne sie dabei nur zu imitieren. Mit Mitteln der zeitgenössischen Architektur wird geradezu das dialogische Gespräch mit den Außenanlagen und dem bestehenden städtebaulichen Kontext gesucht.

www.gerlich-architektur.de
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Fotografie

Sigurd Steinprinz
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