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Wilhelminismus light

Das Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld wurde wiederhergestellt und zugleich überformt

Sechs Jahre lang war das Kaiser Wilhelm Museum geschlossen, vier Jahre davon dauerte die... mehr
Sechs Jahre lang war das Kaiser Wilhelm Museum geschlossen, vier Jahre davon dauerte die Generalsanierung. Seit Juli 2016 ist das Haus wiedereröffnet. Durch die behutsame Rekonstruktion und Freilegung historischer Bauelemente und eine moderne Architektursprache begegnen sich heute in dem imposanten gründerzeitlichen Gebäude Geschichte und Gegenwart auf besondere Weise. Sie schaffen dabei die Raumatmosphäre für einen offenen Dialog – ein Gespräch, das sich in den neuen Ausstellungsräumen in außergewöhnlichen Begegnungen der Kunstwerke fortsetzt.

Bereits in den 1960er-Jahren war der 1897 eröffnete Museumsbau umfassend umgebaut worden. Pompöse Elemente seiner Architektur wurden dabei im Sinne einer bundesrepublikanischen Becheidenheit verdeckt. Jetzt haben Brenne Architekten diesen historischen Bestand wieder freigelegt – und ihn zudem neuartig überformt. Die Hauptfassade zeigt sich nun transparent und offen. Im Bereich des gesamten Nordflügels hat das Berliner Büro das Dach angehoben. Neu ist auch eine zweiläufige Treppenanlage: Beide Seiten des Foyers flankieren die zwei weiß gestrichenen und klassisch profilierten Betonkörper der Stiegen, spiralförmig winden sie sich vom Erdgeschoss bis in das zweite und letzte Obergeschoss. Auch der Eingangsbereich, das Foyer, die Cafeteria und der öffentliche Sanitärbereich sind erneuert worden. Die ehemals offene Treppenanlage im Zentrum des Baus hingegen wurde aus Gründen des Brandschutzes verschlossen. Dadurch ist im 1. OG ein neuer Ausstellungsraum entstanden, der multifunktional angelegt ist und sich auch für Vorträge, Filmprojektionen und Diskussionen eignet. Eine flächige Lichtdecke beleuchtet den Raum. Die Abfolge der Räume im U-förmigen Grundriss wurde erhalten, wobei Durchgänge vereinheitlicht und neue Sichtachsen geschaffen wurden. Auf der ersten Etage entfernte man die abgehängte Decken, um die ursprünglichen Raumproportionen wieder sichtbar zu machen. Auch die historische Kassettendecke ist wieder freigelegt: Ein System aus Leuchtröhren holt die wilhelminische Architektur in die Gegenwart, fügt sich kontraststark in die Deckenstruktur ein. Auch der Marmormorsaal im 2. OG wurde wiederhergestellt: Das monumentale, 1923 von Jan Thorn Prikker angefertigte Wandbild „Lebensalter“ ist nach 40 Jahren wieder freigelegt.

www.brenne-architekten.de
www.kunstmuseenkrefeld.de
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