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Vom Umbauen zum Neudenken

Ein Einfamilienhaus „rockt“ sich durch die strengen Bestandsvorgaben

Bauen im Bestand gilt als besondere Herausforderung in der Architektur. Auch für die... mehr

Bauen im Bestand gilt als besondere Herausforderung in der Architektur. Auch für die Düsseldorfer pier7 Architekten ist es immer wieder eine spannende Aufgabe, die Einfühlungsvermögen erfordert. „Die vorhandene Situation gibt viel vor – wir verstehen uns als Grenzgänger, wollen die neuen Anforderungen umfassend erfüllen und frei umsetzen“, kommentiert Geschäftsführer Alexander Pier. „Was uns besonders reizt, ist die Transformation vom Bestand in die Neuzeit.“ Wie das konkret aussehen kann, zeigt das Einfamilienhaus, das die Architekten in einem Wohngebiet in Düsseldorf realisiert haben.

Die Vorgaben waren streng und lauteten: zur Straße hin unbedingt eingeschossig zu bleiben. Durch einen geschickten Versatz in der Fassade konnte das Straßenbild optisch gewahrt werden. So entstand ein Staffelgeschoss, das problemlos zweigeschossiges und zum Garten hin sogar dreigeschossiges Wohnen ermöglicht. Der Blick vom Haus ins Grün ist weit, das Grundstück nicht einsehbar für die Nachbarn. Dadurch bieten die Außenflächen reichlich Privatsphäre für einen Pool sowie eine Terrassenlandschaft auf zwei Ebenen. Zusätzliche Freiräume eröffnet das Untergeschoss, von dem aus die Bewohner ebenerdig direkt in den Garten gelangen. Nachts setzt eine punktuelle Illumination Akzente an der Fassade und inszeniert einzelne Bäume.

Die Zurückhaltung zur Straße wird zum Garten hin durch großzügige Weiträumigkeit gekontert. Eine filigrane Glasfassade erweitert, durchgehend über drei Etagen, den Wohnraum ins Grün hinein. Die Fensterrahmen sind maximal minimiert, alle Fenster wurden konsequent rahmenlos eingebaut. Die Bewohner erleben einen nahezu freien Ausblick in die Natur, wodurch Innen und Außen miteinander verschmelzen.

Im Wohnraum geben Sichtbeton und veredelter Estrich den Ton an. Die Geschosshöhe wurde angehoben; raumhohe Türen strecken den Raum zusätzlich in die Höhe. Die Stahlstützen wirken leicht und sind wie die Stahltreppe bewusst angerostet. Der drei Meter hohe Wohnraum wird stilsicher „gerockt“. Ganz bewusst bleiben die verbauten Materialien möglichst ursprünglich sichtbar und können ein gewisses Eigenleben entwickeln. Im Kontrast dazu verbreitet die grob strukturierte Holzwand warmes Wohlbehagen. Der Wohnbereich erstreckt sich über die gesamte Ebene – keine Wände, allein Stützen ordnen den lichtdurchfluteten Wohnbereich. Insgesamt wird der hohe Grad der Durcharbeitung des Hauses überall sichtbar. Die Ursprünglichkeit der Materialien ist ebenso ein Detail, wie die inszenierte Lichtführung im gesamten Bauwerk. Oder die Schalung, die ausgehend vom inneren Sichtbeton das Raster für die Terrassenplatten exakt vorgibt.

Auch die Abwicklung der Fassade ist komplexer als sie auf den ersten Blick erscheint: Aus der Ferne wirkt der Baukörper plastisch; die grafisch strenge Aufteilung ähnelt der eines bewohnten Regales. Diese Ordnung strahlt Ruhe und Zurückhaltung aus, zugleich bietet sie den Bewohnern persönliche Freiräume. Die anspruchsvolle und individuelle Wohnqualität findet ihre Fortsetzung im Energiekonzept. Hochwertigkeit und Langlebigkeit bilden die Grundanforderung für die vorgehängte, hinterlüftete Fassade. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt das Haus mit Strom. Geheizt wird über Geothermie-Sonden im Erdreich, die im Sommer einen kühlenden Effekt und im Winter wärmende Eigenschaften haben. Auch der Pool im Garten wird über Erdwärme beheizt. So ist das Haus Selbstversorger und damit energetisch komplett unabhängig.

www.pier7-architekten.de

Architekten: pier 7 architekten www.pier7-architekten.de Dach: van Geffen Bedachungen... mehr

Architekten:

pier 7 architekten
www.pier7-architekten.de

Dach:

van Geffen Bedachungen
www.vangeffen.de

Fensterbauer-Metall:

Alubau Puhlmann
www.alu-fassadenbau.de

Innentüren:

Grosse Frericks
www.grosse-frericks.de

Fassade:

Dach + Wand Fassadenbau
www.dach-wand-koch.de

Heizung, Sanitär:

Paul Jacobs
www.pauljacobs.de

Elektro:

Elektro Trarbach
www.elektro-trarbach.de

Sicherheitstechnik:

Gladen Engineering
www.gladen-systems.de

Kamin:

Christoph Lüpken Ofenbau
www.flammart.de

Bodenbeläge:

kfs köhne floorsystems
www.parkettde.de

Maler:

Santec
www.santec-maler.de

Schwimmbad/Sauna:

SSF Schwimmbad
www.ssf-pools.de

Tore/Garagentore:

Inovator Schnellauftore
www.inovator.de

Fotos:

Michael Reisch
www.michaelreisch.com