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Rheinblick mit Sprungbrett

Eine Villa am Rhein verknüpft Innen- und Außenraum durch vielfältige Terrassen- und Sportanlagen

Das Wohngebiet hinter dem Anleger der Rheinfähre im Meerbuscher Ortsteil Langst-Kierst hat sich... mehr

Das Wohngebiet hinter dem Anleger der Rheinfähre im Meerbuscher Ortsteil Langst-Kierst hat sich seinen dörflichen Charakter bewahrt. Hier findet man noch vereinzelt stehende Hofanlagen, aber auch interessante Bungalows, die das direkte Umfeld des Rheins zu schätzen wissen. Wasser zusammen mit der flachen Weite der Rheinauen prägt diese typische niederrheinische Landschaft. Der Bauherr konnte sich glücklich schätzen, hier in erster Reihe nach dem Deich eines der großzügig geschnittenen Baugrundstücke zu erwerben. Bei der Planung und Realisierung seines Wohnhauses hatten drei Aspekte Priorität: Zum einen sollte der Neubau seine Energie komplett selbst erzeugen. Ferner hatte er die vielfältigen sportlichen Vorlieben der Familie zu berücksichtigen. Und schließlich, ganz wichtig: Das Objekt sollte fertig gestellt sein, bevor das vierte Kind auf die Welt kommt.

Angelehnt an die klassische Moderne haben SOHOarchitekten aus Düsseldorf das Haus als eine Skulptur aufgefasst, die aus kubischen Baukörpern komponiert ist und in weißem Putz erstrahlt. Durch die Volumen wird auch den Außenräumen eine klare Form verliehen – etwa der großen Rheinblick-Terrasse im 1. Obergeschoss oder der Pool-Terrasse mit dem überdachten Sitzplatz. Von der leicht hinter der Bauflucht eingeknickten Eingangszone aus werden der großzügige Wohn- und Essbereich mit einem frei im Raum stehenden Kamin sowie die offene Küche erreicht. Durch die großen, bodentiefen Fenster scheint der Bereich sich zur Gartenseite mit der Außenterrasse zu einem kontinuierlichen Innen-Außen-Raum zu verbinden. Zur Eingangsseite orientiert befinden sich dagegen ein Arbeits- und Atelierraum sowie ein Gästezimmer. Eine einläufige Treppenanlage führt hinauf in das 1. Obergeschoss, in dem sich die Kinderzimmer, das Schlafzimmer der Eltern mit Ankleide und großzügigem Bad entlang eines Korridors anordnen. Hier liegt auch der Fitnessbereich mit einer aus Teakholz gefertigten, voll verglasten Sauna. Ob bei der Schwitzkur von der Sauna oder der Terrasse aus, die mit einer Pergola überdacht wurde – den Weitblick auf Garten und Rheinlandschaft kann man hier intensiv genießen. Zur Abkühlung wurde zudem ein kleiner Balkon angeordnet, der zugleich auch als Sprungbrett in den Pool dient. Auch der vom Landschaftsarchitekten Georg Verhas entworfene Garten bietet eine Vielzahl von Sportmöglichkeiten. Rheinseitig parallel zum Deich liegt ein Funktionsgarten, mit verschiedenen Feldern für Beachvolleyball, Boule und Badminton.

Der mittlere Gartenteil ist dagegen in Anlehnung an einen englischen Landschaftsgarten gestaltet: Eine zentrale Wiesenfläche mit Solitärbäumen wird von einem geschwungenen Beltweg und Pflanzungsflächen eingefasst. Die Wiesenfläche öffnet sich nach Osten, um den Blick über den Deich auf den Rhein freizugeben. Vom Westen her schiebt sich das dritte Element, eine große monolithische Platte, hinein. Mit ihren 500 m² Grundfläche bildet sie die Basis von Haus, Terrassen und Vorplatz. Sie wurde mit Naturstein- und Glaszuschlägen aus Beton gegossen und in mehreren Arbeitsgängen vor Ort geschliffen. Dadurch ist eine homogene, fast fugenlose Fläche entstanden, die den bebauten Raum des Hauses und dem unbebauten der Terrassenflächen klare Strukturen verleiht. So ist sie etwa auf dem Vorplatz des Hauses in einem starken Schwarz-Weiß-Kontrast gestaltet worden. Das angewandte Kreismotiv spielt grafisch mit der Fläche, bildet zugleich aber auch die Pflanzbeete für den Bambushain, der gleichsam wie ein Filter wirkt, durch den der Besucher zum Haus gelangt.

Um Unabhängigkeit von Energieversorgern zu erreichen, beinhaltet die Anlagentechnik für Warmwasserbereitung, Heizung und Kühlung den Einsatz von Geothermie mit acht Tiefenbohrungen sowie einer thermischen Solaranlage. Zur Stromerzeugung wurden die Dachflächen mit einer Photovoltaikanlage bestückt. Auch beim Wasser wurde auf Ressourcenschonung gesetzt: In den regenarmen Monaten holt ein neu gebohrter Brunnen das Rheinuferfiltrat an die Oberfläche und nutzt es zur Bewässerung der ausgedehnten Grünflächen. In den restlichen Monaten erfolgt die Bewässerung mit Regenwasser, das in zwei jeweils
12.500 m³ großen Zisternen gesammelt wird. Bleibt am Ende nur noch die Bauzeit: Die engen zeitlichen Vorgaben für Planung und Realisierung des Bauvorhabens konnten die Architekten nur dank der vertrauensvollen, engen Zusammenarbeit mit dem Bauherrn einhalten. Das Rennen mit dem vierten Kind – es konnte gewonnen werden.

www.sohoarchitekten.de

Architekten: SOHOarchitekten www.sohoarchitekten.de Fotos: Josef Schulz... mehr

Architekten:

SOHOarchitekten
www.sohoarchitekten.de

Fotos:

Josef Schulz
www.josefschulz.de

Landschaftsplaner:

Georg Verhas
www.verhas.de

Parkett:

Parkett Dietrich
www.parkett-dietrich.de

Pool:

SSF Schwimmbad GmbH
www.ssf-gmbh.de

Beton/ Terrazzo-Terrassen:

R. Bayer Betonsteinwerk
www.betonwerkstein.de

Tischlerarbeiten:

Raumobjekt Hammermeister
www.raumobjekt-hammermeister.de
Hencke und Meier, Düsseldorf
www.henckeundmeier.de