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Neue Akzente im Bestand

Ein denkmalgeschützter Verwaltungsbau in Heerdt wird zum Smart Office

Das denkmalgeschützte Bürogebäude an der Rheinallee in Heerdt ist ein Vorzeigebeispiel für die... mehr
Das denkmalgeschützte Bürogebäude an der Rheinallee in Heerdt ist ein Vorzeigebeispiel für die Architekturepoche der Nachkriegszeit: 1968 wurde es nach einem Entwurf von Hentrich Petschnigg & Partner (HPP) für eine Betonfirma als Unternehmenshauptsitz eröffnet – mit seiner vor allem von innen erlebbaren brutalistischen Betonstruktur sollte es auch als Markenzeichen wirken. Die Düsseldorfer SOHOarchitekten planten das topografisch eingebettete Gebäude mit den neuen Nutzern, einem jungen Software-Unternehmen der Reisebranche, um und interpretierten die Arbeitsumgebung in neuartiger Weise. Dabei ging es einerseits darum, die vorgefundenen Qualitäten des Bestandes zu stärken, andererseits aber auch um die Sensibilisierung der Nutzer für die räumliche Situation und die eigenen Bedürfnisse. Das Projekt „Smart Office Peakwork“ behält die Struktur des Gebäudes bei und setzt moderne, individuell zugeschnittene Arbeitskonzepte im Raum-Layout und der Einrichtung um. Um kreatives und effizientes Arbeiten zu ermöglichen, wurden großzügige, flexible Arbeitsplätze und Kommunikationszonen mit Ruhe- und Rückzugsbereichen geschaffen. Ein eigenes Betriebsrestaurant, in dem die Mitarbeiter kostenfrei verpflegt werden, befindet sich zudem im Erdgeschoss – nicht zuletzt auch als wichtiger Bestandteil der feierfreudigen Unternehmenskultur.

Der Ausblick auf den Rhein prägt das dreigeschossige Gebäude – offene Grundrisse, streng in Vierergruppen arrangierte Pfeilerstellungen und eine volltransparente Glasfassade bestimmen den Raumeindruck. Durch das „Herunterschälen“ von Schichten, die dem Gebäude im Laufe der Jahrzehnte hinzugefügt wurden, wurde die stringente Betonstruktur aus dem prägnanten kassettierten Deckenraster und den achtseitigen Stützen wieder ganz frei gelegt.

Ursprünglich vorgesehene, aber in den 1960er-Jahren nicht realisierte Entwurfsideen wurden dabei bewusst wieder aufgegriffen und neu interpretiert: So etwa die nie angepflanzten Seerosen im Wasserbassin des offenen Innenhofes, die zu zwei farbigen Sitzinseln wurden, die wie überdimensionale Blumen die Wasserfläche beleben. Erreicht werden sie von den Büroräumen im Erdgeschoss über „step stones“ – bis zu acht Personen können sich so auf jeder Insel für Besprechungen unter freiem Himmel zusammenfinden. Im Erdgeschoss befindet sich neben dem Betriebsrestaurant außerdem eine „gaming-Zone“ sowie ein größerer Ruhe- und Rückzugsbereich. Mit zwei erhöhten Ebenen ist er als gepolsterter Raum ausgebildet und mit Fächern für Schuhe und Liegematten ausgestattet. Wie auf einem großen Tatami können hier alle Bedürfnisse des täglichen Lebens zentral erfüllt werden: Essen, Spielen, Ruhen – flexibler geht's nimmer.

www.sohoarchitekten.de
Architekten: SOHOarchitekten www.sohoarchitekten.de Fotos: Josef Schulz mehr

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Josef Schulz