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Moderne unter Bäumen

Der Düsseldorfer Architekt und Städteplaner Walter Brune hat den Bungalow ins Rheinland geholt

91 Jahre ist er alt, besitzt eines der größten Immobilienvermögen in der Landeshauptstadt und... mehr

91 Jahre ist er alt, besitzt eines der größten Immobilienvermögen in der Landeshauptstadt und gilt doch auch als einer der leidenschaftlichsten Verteidiger der Innenstädte gegen Investoren- und Politiker-Kurzsichtigkeit. Zugleich hat der Düsseldorfer Architekt Walter Brune am Bild der Stadt eifrig mitgefeilt: Mit Shopping-Stadtgalerien wie den Schadow-Arkaden oder der Kö-Galerie, der Büro-Wohnanlage der Prinzengärten oder dem innerstädtischen Wohnkomplex Münsterpark hat er wegweisende Zeichen gesetzt – und tut dies bis heute: „Der Beruf des Architekten hat für mich nie seine Faszination verloren“, attestiert sich Brune, der jedes Projekt immer noch selbst skizziert. „Wenn man noch ein gesundes Leben führt und der Kopf voll dabei ist, macht das einen Heidenspaß – auch mit über 90!“ Groß geworden ist das Architekturbüro Brune in den 1950er-Jahren – erst mit Zechen, dann mit Handelsimmobilien: Für Horten, Karstadt, Wolf und Bauknecht hat der gebürtige Bremer die ersten Nachkriegskaufhäuser und Verwaltungszentralen entworfen. Eine nicht unwesentliche Rolle bei dieser Erfolgsgeschichte spielten dabei aber auch Privathäuser – genauer: Bungalows. 1952 realisierte Brune auf einem weitläufigen, aber günstigen (weil sumpfigen) Grundstück in Rath sein erstes eingeschossiges, lichtdurchflutetes Privathaus mit einem dezidiert flachen Dach – einer der allerersten der jungen Bundesrepublik. Nicht ohne einige Tricks im Umgang mit den Behörden, die den Landschaftsschutz noch anfangs bedroht sahen, was Brune bis heute wundert: „Ich empfand einen Bungalow immer als besonders landschaftsschonend, weil er sich eingeschossig als Sockel unterhalb der Baumkronen ausbreitet. Bei einem viel höheren Zeltdach sieht man doch die Bäume gar nicht mehr.“ Seine Inspirationen zu dem flachen, innen und außen, Garten und Innenraum fließend verbindenden Wohnen brachte Brune direkt von seinen frühen Architekturreisen in die USA mit, wo er die Bekanntschaft mit den exilierten deutschen Architekten Walter Gropius, Marcel Breuer und Richard Neutra machte. Deren moderne Landhäuser wirkten auf den jungen Architekten „wie von einem anderen Stern.“ Er begriff sofort, wie sehr sich darin der neue Zeitgeist ausdrückte: „Ich hab das bloß auf meiner Reise aufgesaugt und mit nach Deutschland genommen!“ In den 1950er- und 1960er-Jahren führte Brune regelmäßig die Bauherren in sein Pionier-Haus, das sich dank seiner modularen Bauweise leicht erweitern ließ. Ein Arbeitszimmer, ein Kindertrakt und ein Indoor-Pool wurden organisch nach und nach integriert. Oft wünschten sich die Bauherren „ein Haus wie dieses“ – und waren nicht selten dazu bereit, ihren alten Lebensstil dafür aufzugeben. Brune entwarf alle Details, suchte das Mobiliar aus. Selbst die Kunst an den Wänden und im Garten – für den Architekten bis heute  das unabdingbare I-Tüpfelchen jedes Gebäudes – entschied er zusammen mit den Auftraggebern. Wenn das Budget am Ende knapp wurde, erledigte er gratis die Gartengestaltung dazu. Auf weitläufigen Grundstücken, im Zusammenspiel von Glas, Naturstein und Holz entstanden „erweiterte Lebensräume“, die die innige Harmonie zwischen Natur, Landschaft und Architektur suchen – eine Vielzahl davon bis heute.

www.brune-gruppe.com