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Lückenschluss mit Aufblick

Eine schmale Baulücke in der Altstadt wird zur Matrix für ein Café mit Aufzug 

Allein die Rahmenbedingungen des Grundstücks in der Altstadt in der kleinen fußläufigen... mehr

Allein die Rahmenbedingungen des Grundstücks in der Altstadt in der kleinen fußläufigen Kapuzinergasse waren schon eine echte Herausforderung: 100 m² Grundfläche, genauso schmal wie tief. Und dann auch noch vis-à-vis des Notausgangs eines Nachbarn sowie inmitten einer Häuserzeile, die sowohl Ensemble- als auch Denkmalschutz genießt. Was kann man hier eigentlich noch bauen? Das muss sich wohl auch der Eigentümer des angrenzenden Kaufhauses gefragt haben, als er das Grundstück vor Jahren erwarb. Er entschied sich schließlich für ein Café, wobei dabei zugleich ein repräsentativer Eingang einer Kunstgalerie entstehen sollte, die im Dachgeschoss des Kaufhausgebäudes etabliert wurde – eine Café-Galerie also samt gläsernem Aufzug. Corneille Uedingslohmann Architekten aus Köln ent­wickelten aus diesen Vorgaben ein komplett gläsernes Gebäude, das bis in letzte Details durchgeplant wurde. Präzise wurde die Anschlüsse an die beiden Nachbargebäude ausgeführt: Der schräge Verlauf der Glasprofile in der Fassade vermittelt geschickt zwischen den unterschiedlichen Geschosshöhen – was sich in den prismatischen Dreieckselementen des transparenten Oberlichtes weiter fortsetzt. Um die Glaskonstruktionen realisieren zu können, wurden zunächst 45 cm dicke und bis zu 15 m hohe Seitenwände ausgeführt, die als Auflager und Brandwand dienen. Um diese Wandstärke realisieren zu können, ohne das Nachbargebäude zum Einsturz zu bringen, mussten eine frei stehende Wand mit 8 cm dicken Filigranplatten auf der einen Seite und eine Sichtbetonschalung auf der anderen Seite ausgeführt werden. Die Wände befinden sich zudem in die Bodenplatte eingespannt, die mit 1,75 m Stärke – im Bereich der Aufzugsunterfahrt sogar 2,80 m – besonders belastbar ausgeprägt wurde.

Eine schwenkbare, 3 m breite Glasscheibe lässt sich soweit öffnen, dass innen und außen, öffentlicher Stadtraum und Gastronomiebetrieb besonders in den warmen Jahreszeiten fließend ineinander übergehen. Mittlerweile lockt im vorderen Bereich der „Pit in Club“ mit japanischem Streetfood. Im hinteren, niedrigeren Teil hat sich ein Shop mit japanischem Steingut, Küchen- und Badaccessoires etabliert. Das Interieur ist bewusst informell gehalten. Nichts soll mit dem überwältigenden Raumeindruck der Architektur konkurrieren, mit der man sich mitten im Klein-Klein der Altstadt der Weite des Himmels so nah wähnt.

www.cue-architekten.de

Architekten: Corneille Uedingslohmann Architekten www.cue-architekten.de Fotos: Michael... mehr

Architekten:

Corneille Uedingslohmann Architekten
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Fotos:

Michael Neuhaus