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LANDSCHAFT UND ARCHITEKTUR

Grüne Lebenswelten im Gartenhof Küsters in Neuss

Im Jahre 1964 von Werner Küsters als Einzelunternehmen gegründet, wird der Gartenhof Küsters seit... mehr
Im Jahre 1964 von Werner Küsters als Einzelunternehmen gegründet, wird der Gartenhof Küsters seit 1980 als GmbH geführt. Dabei gliedert sich der Betrieb, der eine Fläche von insgesamt 30.000 m2 umfasst, in die Bereiche Garten- und Landschaftsbau sowie Gartencenter. Aufgrund der sich im Laufe der Zeit veränderten wirtschaftlichen Ausrichtung und dem damit gestiegenen Bedarf an Büroflächen, entschied sich die Geschäftsführung 2010 für eine Neustrukturierung des Gartenhofes und vergab den Auftrag an das Architekturbüro Beckmann Wenzel.

Ausgehend von den Wünschen und Bedürfnissen des Bauherrn, leiteten diese in der Planungsphase zunächst Baumaßnahmen ab, die im Wesentlichen vier Bereiche umfassen. Dazu gehörte die Neustrukturierung von Verkaufs- und Anzuchtflächen ebenso wie die Umnutzung einer ehemaligen Verkaufshalle, die fortan Büros beherbergen sollte. Hinzu kamen der Neubau eines Bürohauses mit Besprechungsraum sowie die Umgestaltung der Außenflächen. Der Umbau, dessen Planung und Umsetzung in den Jahren 2010 bis 2011 stattfanden, bringt zum einen die spezifische Firmenidentität des Garten- und Landschaftsbaubetriebs „Gartenhof Küsters“ zum Ausdruck. Zum anderen bietet er dem öffentlichen Raum eine lebhafte Ansichtsfläche, die sich deutlich vom ernüchternden Erscheinungsbild vergleichbarer Beispiele aus landläufig vorzufindenden Gewerbegebieten abhebt.
Der straßenseitige Anblick der Liegenschaft wird vom Neubau und von den neu angelegten Freiflächen geprägt. Niedriger Bewuchs und eine sehr großzügige Wasserfläche lassen die Sicht auf das neue Haus schon von weitem möglich werden. Dessen Längsausrichtung verstellt bewusst die Ansicht auf die kleinteilige Dachlandschaft der dahinter liegenden alten umgenutzten Gewächs- und Verkaufshäuser. Die Größe des Neubaus täuscht über die tatsächliche Nutzfläche hinweg: Schließlich umhüllt die Fassade nicht nur die Büros und das Foyer, sondern auch einen Innenhof ohne Dach. Dieser erschließt über eine Brücke vom Parkplatz aus die Haupteingänge zu Büros und Verkaufsflächen.

Er ist der zentrale Verteiler und Aufenthaltsort im Freien. Von ihm geht der Blick in die Weite der umgebenden niederrheinischen Landschaft. Der Neubau ist durch gereihte profilierte Stahlbetonfertigteilstützen, welche die fensterlose Fassade des ersten Obergeschosses tragen, vertikal stark gegliedert. Fenster befinden sich nur im Erdgeschoss und im (Grün-)Dach. Die darüber liegende geschlossene Fassade ist horizontal geteilt und mit anthrazitfarbenen Titanzinkblechen verkleidet. Das Verhältnis von Erd- und Obergeschoss entspricht genau dem Goldenen Schnitt und sorgt so für eine harmonische Aufteilung. Die Profilierung der Stahlbetonstützen dient einem aufliegenden Gitterroststeg, der für eine Fassadenbegrünung mit kleinkronigen Bäumen geeignet ist. Im Inneren des Gebäudes entschied man sich für dauerhafte Materialien. So fiel die Wahl auf dunklen Sichtbeton, graues Sichtmauerwerk, Holz und Steinzeugfliesen. Diese finden sich auch im Bürotrakt, der in einem Teil der ehemaligen Verkaufshallen errichtet wurde, wieder. Er ist durch die vorhandene Gebäudetiefe von einer besonders breiten Erschließungszone gekennzeichnet.

Die Bürogebäude der Neu- und Altbaubereiche sind in Klimazonen gegliedert, wobei die vollflächige Fußbodenheizung zwischen Hauptnutz-und Erschließungsflächen unterscheidet. Ein Effekt, der durch Innenwand- und Deckendämmungen zusätzlich unterstützt wird. Zudem wurde der Neubau mit einem Gründach versehen. Eine Menge an Innovationen, die der Gartenhof umgesetzt hat. Und dennoch bestehen bereits weitere Pläne: So soll in naher Zukunft auf den nach Süden geneigten Dachflächen der ehemaligen Verkaufshalle eine Fotovoltaikanlage errichtet werden.

www.beckmannwenzel.de
www.gartenhof-kuesters.de



Thomas Schönauer - Meister der Metallklasse!

Thomas Schönauer ist ein Meister der Verwandlung von Metall, was in dem Werkszyklus „Skydrops“ besonders deutlich wird. Dieser Serie wird auch „Purple Sky“ im Gartenhof Küsters zugeordnet. Der Künstler arbeitet vorzugsweise mit Stahl, einer gehärteten Metallegierung, der Stabilität und Dauerhaftigkeit zugeschrieben wird. Der Bildhauer geht jedoch über diese Wesensart hinaus. Er verleiht dem Schwergewicht Stahl eine unerwartete Leichtigkeit. Durch die ständige Arbeit und Vertrautheit mit dem Material erweitert er dessen Eigenschaften und transzendiert sie in letzter Konsequenz. Daher erscheinen die Skulpturen Schönauers schwer und leicht zugleich und sind trotz ihres Tonnen-Gewichts in sich flexibel. Wie der Name sagt, ist der „Skydrop“ keine Skulptur, die aus dem Boden emporwächst, sondern eine quasi aus dem Himmel herabfallende. Das Geheimnis dieser Serie liegt in der dynamischen Bewegung von-oben-nach-unten und den unterschiedlichen Eindrücken, die sich dem Betrachter aus den verschiedenen Blickwinkeln bieten.

Mit seinen Skulpturen, die auf den jeweiligen Standort zugeschnitten sind, leistet Schönauer einen idealtypischen Beitrag zur Stadt- und Landschaftsgestaltung. Viele seiner Projekte entstehen aus einem direkten Bezug zur Architektur und daher in Kooperation mit bekannten Architekturbüros wie HPP oder Albert Speer. In Zusammenarbeit mit dem Speer-Team und Prof. Volker von Kardoff nahm der Künstler 2011 nicht nur an einem städtebaulichen Wettbewerb für Doha, Qatar, teil, sondern gewann den ersten Platz.

Aus der Arbeit mit Skulpturen und seinem Drang nach Raumgebung entwickelte Schönauer einen Werkszyklus Malerei. Hier entfernt er sich von der gewohnten Zweidimenionalität hin zur Dreidimensionalität, indem er nichtflächiges Material in Form von Lacken auf Stahl aufträgt. Durch die Schichtung und die Interaktion der einzelnen Farben entsteht eine Tiefenräumlichkeit, deren reliefartige Erscheinung kosmischen Landschaften ähnelt.

Ursula Lytton
Kunsthistorikerin



Fotos Michael Goergen Frank Böttner www.boettner-foto.de mehr

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Michael Goergen Frank Böttner
www.boettner-foto.de