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Gezielte Perforationen

Eine Kindertagesstätte in Holthausen ergänzt ein ehemaliges Kinderheim

1958 errichtete die Diakonie in Holthausen das Oberlinhaus als Kinderheim. Durch eine Umnutzung... mehr
1958 errichtete die Diakonie in Holthausen das Oberlinhaus als Kinderheim. Durch eine Umnutzung in den 1980er-Jahren wurden die vier durch Gänge verbundenen Wohnhäuser und das Verwaltungsgebäude mit Speisesaal stetig umgebaut und renoviert. Die Idee, das idyllische, naturnahe Gelände neu zu beleben und Kindern zur Verfügung zu stellen, bewog die Diakonie 2008 zu einem Architekten-Wettbewerb, der eine viergruppige Kindertagesstätte als Familienzentrum vorsah. Der ausgewählte Entwurf von mrr architekten schafft für die bestehende Gebäudekette ein architektonisches Gegenüber. Der dabei entstehende zentrale Freiraum – der mit einem Café ausgestattete Oberlinplatz - wird von einem Rundgang entlang der Bestandshäuser durchquert und kann so stets aus einer neuen Perspektive erkundet werden. Im geschützen, 16.000 m2 großen Innenbereich, der in seinem Charakter durch die fragmentarisch erhaltene Dünenlandschaft eines alten Rheinarmes und den alten Baumbestand geprägt ist, finden die Kinder der KiTa einen unverbauten Raum für neue Spielerfahrungen. Das neue Gebäude fügt sich städtebaulich in das Ensemble der bestehenden Bebauung ein und ergänzt diese. Dabei bildet die weiße, von transparenten Glasflächen durchbrochene Fassade einen Konstrast zu den vorhandenen Gebäuden. Die einfache Form des Baukörpers folgt dem Anspruch der Architekten an die Einheit von Licht, Material, Konstruktion und Proportion. Das Weiß steht für Ruhe, Zurückhaltung und Leichtigkeit. Die Fassadenfelder reagieren auf die unterschiedliche Raumnutzung und lassen eine optimale und individuelle Gestaltung der dahinterliegenden Raumsituationen zu. Die nach Norden orientierten Nebenräume erzeugen dabei eine mehr geschlossene Ausbildung, nach Süden öffnet sich die Fassade durch die Erhöhung der Glasflächenanteile. Durch die unregelmäßige Fassadengestaltung nimmt sich das Bauvolumen zurück und lässt den Betrachter bewusst im Ungewissen über die Anzahl der Geschosse. Die Gebäudehülle wurde unter nachhaltigen und energetischen Gesichtspunkten entwickelt. Die Fassade in Holz-Alurahmenbauweise in optimierter Materialstärke mit hochgedämmten Paneelen und gezielt eingesetzten Glasflächen erlaubt eine hohe Tageslichtnutzung und solare Energiegewinne.

Neben der KiTa befinden sich in dem Bau auch das neu gegründete Fortbildungsinstitut der Diakonie Düsseldorf und eine Verwaltungsetage. Die Abfolge von Räumen und Ebenen unter wechselnden Eindrücken und im ständigen Bezug zum Außen unterstreicht den kommunikativen Charakter der Architektur. Das klare architektonische Konzept konnten die Architekten bis in die multifunktionale Möblierung und Ausstattung umsetzen. Die Flure der KiTa wurden durch die Aufweitung zu Spiel- und Kommunikationsflächen mit Bibliothek und Spielecke zu Gemeinschaftsräumen erweitert.

www.mrrarchitekten.de
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Architektur

mrr architekten
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Fotografie

Jens Kirchner
www.jens-kirchner.com