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Farbe schafft Identität

Eine Wohnanlage in Gerresheim wurde umfassend saniert und behutsam transformiert

Alte Wohnsiedlungen fristen oft ein Schattendasein, lassen sich aber aus dem Dornröschenschlaf... mehr

Alte Wohnsiedlungen fristen oft ein Schattendasein, lassen sich aber aus dem Dornröschenschlaf auch wieder erwecken. Das beweist die Sanierung einer Wohnanlage der BWB Beamten-Wohnungs-Baugenossenschaft e.G. in Gerresheim. Die Wohnsiedlung nahe der Heyestraße wurde in den 1970er-Jahren errichtet, verfügt über einen direkten U-Bahn-Anschluss an die Innenstadt und liegt unweit eines Grünzuges, der vom Friedhof Gerresheim bis ins Naturschutzgebiet „Morper Bachtal“ führt. Die sieben Wohngebäude mit insgesamt 74 Wohneinheiten und einer zentralen Tiefgarage umschließen sichelförmig einen ruhigen Innenbereich, der als Garten gestaltet wurde.

Die Ratinger bauplus Architekten, die den Auftrag zur Sanierung erhielten, waren mit einer Anzahl von Schäden konfrontiert. Nicht nur äußerlich machte die Wohnanlage keinen einladenden Eindruck mehr. Die Fassaden wiesen auch sicherheitsrelevante Schäden an der Vormauerschale auf. Ferner gab es verschiedene durch Feuchtigkeit hervorgerufene konstruktive Schäden und Schimmelprobleme. Zusammen mit der BWB wurde eine umfassende Sanierung, Werterhaltung und verbesserte Mieterbindung anvisiert. Das Sanierungs- und Modernisierungskonzept der Architekten sah vor, die funktionellen, baukonstruktiven und bauphysikalischen Mängel zu beseitigen. Zugleich sollten aber auch die positiven Aspekte des Bestandes gestärkt und behutsam mit zeitgemäßen Mitteln in eine zeitgenössische Architektursprache überführt werden. Die Standsicherheit der Fassaden an den Gebäuden konnte daraufhin vollständig wiederhergestellt werden. Auch die Durchfeuchtungs- und Schimmelprobleme wurden beseitigt und der Wärmeschutz durch die Erneuerung des Wärmedämmverbundsystems verbessert. Dies wurde verbunden mit einer zeitgemäßen, ansprechend und frisch wirkenden Fassaden- und Außengestaltung. Ein mineralisches Dämmsystem betont dabei besonders die Flächigkeit der Fassade. Auflockernde Akzente setzen HPL-Kunststoffplatten in verschiedenen Farben, mit denen die Fenster gekoppelt werden. Aber auch Erker und die komplett sanierten Balkone ließen sich so gestalterisch neu betonen. Alle Hauseingänge wurden zudem einheitlich durch neue Klingelanlagen, „schwebende“ Postboxen und Beleuchtungselemente modernisiert. Schließlich ging es aber auch darum, den Außenraum in seiner Identität zu stärken: Der rückwärtige ruhige Gartenbereich wurde durch das Schwalmtaler Landschaftsarchitekturbüro Hermanns komplett neu gestaltet und durch eine gärtnerisch eingefasste Lichtskulptur aufgewertet. Als besondere Herausforderung erwies sich, dass die Anlage während der zehnmonatigen Bauzeit durchgängig von den Mietern bewohnt blieb. Insbesondere lärm- und schmutzrelevante Arbeiten hatten hierauf weitgehende Rücksicht zu nehmen.

www.bauplus-architektur.de

Architekten: bauplus Architekten www.bauplus-architektur.de Fotos: Benito Barajas mehr

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Fotos:

Benito Barajas