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Einheit durch Variation

Acht Einfamilienhäuser in Meerbusch-Osterath bilden ein stimmiges Ensemble

Einfamilienhausviertel tendieren heute immer stärker dazu, ihre gestalterische Einheit zu... mehr

Einfamilienhausviertel tendieren heute immer stärker dazu, ihre gestalterische Einheit zu verlieren. Wo stilistisch alles erlaubt ist, mangelt es oft an einem harmonischen Zusammenklang der Einzelobjekte. Dass sich individuelle Wohnvorstellungen und gemeinschaftliches Ensemble nicht zwangsläufig ausschließen müssen, führt ein Projekt von Brandt Architekten in Meerbusch-Osterrath vor.

Ausgangspunkt war ein 4.000 m² großes Grundstück am Rudolf-Lensing-Ring, das unmittelbar an einen alten Friedhof angrenzt. Was bis 2008 als Baumschule und Freifläche einer Gärtnerei genutzt wurde, sollte ein Wohngebiet werden, wobei sowohl der Friedhof als auch der vorhandene Baumbestand in dem aufzustellenden Bebauungsplan einen besonderen Schutz erfahren sollten. Um auch architektonische Qualität zu erhalten, wurde zusätzlich eine Gestaltungssatzung erstellt. Architekt Klaus Brandt war überzeugt, dass an diesem Ort eine unaufgeregte, ruhige Architektursprache umgesetzt werden musste. Sensibel sollte in den Bestand eingefügt werden – sowohl die Größe der Grundstücke und die Art ihrer Begrenzungen als auch Kubatur, Materialität und Farbigkeit der Baukörper sowie die Gebäudehöhe wurden exakt festgeschrieben. Grundlage für den Bebauungsplan und die Gestaltungssatzung war ein bereits 2009 von dem Büro erarbeiteter architektonischer und städtebaulicher Entwurf. Alle planungsrechtlichen Vorgaben waren bewusst so detailliert, dass selbst unter Einbeziehung mehrerer Architekten ein stimmiges Gesamtensemble auf acht Parzellen (Grundstücksgrößen zwischen 370 und 630 m²) entsteht. Von den acht Einzelprojekten entwarfen und realisierten Brandt Architekten fünf Objekte – das Letzte wurde im Dezember 2012 errichtet.

Wichtig war Brandt, dass die imposante Grünkulisse des alten Friedhofs nicht allein den Anrainern zugute kommt, sondern auch vom öffentlichen Raum der Straße über die privaten Gärten hinweg erlebbar bleibt. Nach einer Modellstudie mit mehreren Varianten entschied man sich für eine auf den ersten Blick eher ungewöhnliche Grenzbebauung nach Süden hin, die unmittelbar an den Bürgersteig anschließt. Auf einen klassischen Vorgarten wurde zugunsten eines optimalen Grundstückszuschnittes verzichtet. So konnte die Sichtbeziehung zum Friedhof erhalten werden, aber auch eine größtmöglich zusammenhängende Grünfläche für die Gärten geschaffen werden. Die fünf größten Einfamilienhäuser bilden eine von Westen ausgehende Reihe. Dem Bebauungsplan entsprechend wurden sie alle gestaffelt. Der eingeschossige Baukörper, der den Häusern dabei nach Süden vorgelagert ist, wird dabei zugleich als großzügige Dachterrasse genutzt. Bei einigen Häusern schützen Bepflanzungen die Terrassen vor neugierigen Blicken und schaffen geradezu ein „grünes Wohnzimmer“.

Alle fünf Gartenhofhäuser orientieren ihre Räume nach Süden bzw. Westen – schließlich sollen sich die Nachbarn nicht gegenseitig in die Gärten schauen können. Obwohl durch die relativ strikten Festlegungen des Bebauungsplanes und der Gestaltungssatzung das äußere Erscheinungsbild festgelegt war, blieb genügend Spielraum, um individuelle Wünsche bei Grundriss und Ausstattung umzusetzen.

Alle von Brandt Architekten geplanten Häuser haben durchweg hohe Raumhöhen, glatt geputzte, weiße Wände, Holz- oder Steinfußböden, bodentiefe Holzfenster und Glasbrüstungen. Hochwertige, gut gestaltete Bäder, Fußbodenheizung, Erdwärmepumpen und Solaranlagen wurden in die Planung mit einbezogen. Auch die Bauherren haben die gestalterischen Vorgaben nicht als beengend empfunden – am Ende ist das Ganze eben doch mehr als nur die Summe der Einzelelemente.

www.brandt-architekten.de
www.brandt-projektentwicklung.de

Architekten: Brandt Architekten www.brandt-architekten.de www.brandt-projektentwicklung.de... mehr

Architekten:

Brandt Architekten
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Fotos:

Hanne Brandt

Fensterbau:

Bröcking Fenster
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Heizung, Lüftung, Sanitär:

KKL
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