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Ein Haus für die Seele

Das neue Zentrum für seelische Gesundheit der St. Augustinus-Kliniken in Neuss

Dass ein psychiatrisches Krankenhaus nicht abweisend und düster sein muss, zeigt der Neubau des... mehr
Dass ein psychiatrisches Krankenhaus nicht abweisend und düster sein muss, zeigt der Neubau des Zentrums für seelische Gesundheit in Neuss. Dort wurde ein innovatives Psychiatrie-Konzept in kleinteiliger Bebauung mit Hotelatmosphäre, großzügigen Gärten, einer Halle für Sport- und Ökotherapie sowie viel Licht und Farbe verwirklicht. Um das von Neusser Augustinerinnen begründete psychiatrische Krankenhaus St. Josef- und das von den Alexianerbrüdern gegründete St. Alexius-Krankenhaus unter dem Dach der St. Augustinus-Kliniken zusammenzuführen, wurde 2005 ein europaweites Ausschreibungsverfahren organisiert, das sander.hofrichter architekten für sich entscheiden konnten.

Der umgesetzte Entwurf stellt einen harmonischen Dreiklang von Städtebau, Garten- und Landschaftsarchitektur sowie der Innenarchitektur her. Alt- und Neubauten werden zu einer einladenden Stadtlandschaft verbunden, die psychisch kranken Menschen Schutz bietet, sie aber auch in die Gesellschaft integriert. Die Eingangshalle, die einer großzügigen Hotel-Lobby gleicht, macht das Konzept des Zusammenspiels von Alt und Neu sofort sichtbar: Ein neugotischer Altbau sowie eine grazile Kapelle aus den 1950er Jahren wurden durch Neubauten ergänzt, die ehemalige Außenfassade der Kapelle zur Innenwand umfunktioniert, wobei eine Glasfuge den Übergang akzentuiert. Die Kapelle bildet zugleich den Mittel- und Kreuzungspunkt der Gesamtanlage: Die Querwegachse verbindet das Gebäude der Verwaltungs- und Therapieeinheiten mit den Bettenhäusern.

Die vier Bettenhäuser beherbergen flexibel belegbare Stationen mit bis zu 30 Betten in je zwei Gruppen. Die maximal 355 Patienten sind ausschließlich in Ein- und Zwei-Bettzimmern untergebracht. Durch die umgesetzte Atriumtypologie entstehen gut belichtete Flurzonen, die eine klare Orientierung und Möglichkeiten zum Schlendern bieten. Die Gebäude selbst bilden einseitig offene Höfe, die den Blick auf unterschiedlich gestaltete Gärten ermöglichen. Jedes Bettenhaus wird im Inneren durch eine Pflanze in einem eigenen Farbton repräsentiert. Das verleiht jedem der vier Häuser etwas Spielerisches und macht es als individuelle Einheit wahrnehmbar. Die angrenzende Halle für Sport- und Ökotherapie wurde als rautenförmiger Baukörper entwickelt, in dem eine Zweifeld-Sporthalle, ein Fitnessstudio, Räume für Ökotherapie sowie Schulungsräume untergebracht sind. Da die Halle auch für Versammlungen genutzt wird, erhielt sie ein besonderes Beleuchtungssystem: Die Fensterbänder des Gebäudes können über integrierte LED-Linien mit farbigem Licht für stimmungsvolle Licht-Szenen bespielt werden.

www.a-sh.de







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Architekten

sander.hofrichter
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Fotos

Markus Bachmann / sander.hofrichter
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