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Diskretes Spiel der Kuben

Eine Villa am Hang greift nach der Landschaft

Die hohe Kunst des Architekten beweist sich darin, auch auf eigenwilligen Grundstücken eine... mehr
Die hohe Kunst des Architekten beweist sich darin, auch auf eigenwilligen Grundstücken eine funktional wie ästhetisch überzeugende architektonische Lösung zu schaffen. Der Architekt Ansgar Huster sah sich einmal mehr mit dieser Aufgabe konfrontiert: Ein überschaubares Grundstück, 1B-Lage an einer befahrenen Landstraße, mehr lang gestreckt als tief, sollte eine lichtdurchflutete Villa aufnehmen und dabei etwas heranholen, was hinter den Nachbargebäuden eines Neubauviertels eher im Verborgenen blieb: die Aussicht auf eine wunder­schöne, natürlich modellierte Tallandschaft.

Der überwiegend weiße, reduzierte Putzbau nutzt die Hanglage aus, um mehrere Einzelkuben in versetzten Ebenen zu einem Split-Level-Haus miteinander zu verbinden. Jeder dieser Kubus-Schachteln wird eine spezifische Funktion und eine bestimmte Aussicht zugeordnet: Das zur Straße hin verschlossen wirkende Gartengeschoss öffnet sich auf der gegenüber­liegenden Südseite in einer breiten, lichtdurchfluteten Fensterfront – das Private des Wohnzimmers lockt mit einem lichtvollen Ausblick in den Garten. Von einem zentralen Treppenbereich aus werden alle weiteren drei Ebenen des Hauses erreicht: Das unmittelbar über dem Wohnbereich liegende Halbgeschoss, das zur Gartenseite durch ein langes Fensterband in Erscheinung tritt, bietet den Platz für zwei geräumige Kinderzimmer mit angeschlossenen, eigenem Bad. Einige Treppenstufen aufwärts entfalten sich die auf der nächsten Ebene Küche und Essraum sowie eine großzügige Galerie, von der sich über eine zweite Innentreppe direkt das Wohnzimmer erreichen lässt. An den of­fenen, weitläufigen Koch- und Essbereich schließt sich eine großzügige Dachterrasse an. Ein kleines Bonbon am Ende der Ebene ist ein „Aussichts­zimmer“: Von der Straße aus sichtbar kragt es über den Wohnbereich hinweg und schafft so einen exponierten Arbeitsplatz über einer kleinen Terrasse. In ganz ähnlicher Weise lehnt sich auch an der Straßenseite das oberste Halb­geschoss über die Gebäudeflucht, was den Eingangsbereich überdacht und so vor Wind und Wetter schützt. Auf der Ebene gruppieren sich das elterliche Schlafzimmer, ein vorgelagerter Ankleideraum sowie ein großräumiges Badezimmer mit einer Sauna. Zur Gartenseite öffnen sich die Räume zu einer zweiten groß­zügigen Dachterrasse, die das entfernte Landschafts­panorama in seiner ganzen Breite einfängt. Ob im Innenraum oder von den mit gläsernen Brüstungen gesäumten Außenterrassen aus – die unterschiedlichen Ebenen erlauben immer beste Aussichten in die nähere und fernere Umgebung, wobei der Sichtausschnitt je nach Standort bewusst variiert.

Nur zur Straße wirkt das Haus mit seinen wenigen, schmalen vertikalen Öffnungen, den Gabione- und Sichtbetonmauern, die mit dem weißen Putz angenehm kontrastieren, eher verschlossen und introvertiert. Sowohl der Verkehrslärm, als auch neugierige Blicke werden so auf Distanz gehalten, ohne dass der Bau dabei in seinem Volumen isoliert erscheinen würde. Mit seinen ineinander verschränkten, reduzierten Kuben artikuliert es die ansteigende Straße in gelungenen spannungsvollen Proportionen und fügt sich auf diese Art harmonisch in den umliegenden Kontext ein.

www.architekt-ansgar-huster.de
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Architekt Ansgar Huster
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Fotos

Andreas Schmelzer