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Diagonale zur Stadt

Das Kopfgebäude schafft einen maritimen Hingucker im Neusser Hafenbecken I

Wegen seiner strategisch günstigen Lage am Rhein gilt Neuss seit jeher als bedeutende Hafenstadt.... mehr
Wegen seiner strategisch günstigen Lage am Rhein gilt Neuss seit jeher als bedeutende Hafenstadt. Der drittgrößte Binnenhafen Deutschlands ist logistisch hervorragend an Wasser, Straße und Schiene angebunden. Ein wichtiges städtebauliches Ziel der Stadt Neuss ist es, insbesondere das Hafenbecken I zukünftig näher an die Innenstadt heranzurücken. Anders als im Düsseldorfer Medienhafen oder dem Kölner Rheinauhafen soll dabei die ursprüngliche Hafennutzung der heimischen Industrie- und Logistikunternehmen nicht verdrängt werden. Das städtebauliche Projekt „Neusser Waterfront“ strebt eine Patchworknutzung an.

Ein wichtiger Baustein der teilweisen Umnutzung ist das 2013 realisierte Kopfgebäude. Bereits 2007 ging das Neusser Büro Ingenhoven & Ingenhoven als Gewinner aus einem Architektenwettbewerb für das Projekt hervor. Der fünfgeschossige Bau entstand als urbaner Standort an der Schnittstelle zwischen der historischen Stadtmauer und dem um rund fünf Meter tiefer liegenden Hafengebiet am Westufer des Hafenbeckens I. Zeitgleich wurde eine öffentlich zugängliche Fußgängerbrücke realisiert, die erstmals über die Batteriestraße hinweg die Altstadt zu ihrer Wasserseite hin öffnet.

Das in Stahlbetonbauweise errichtete Kopfgebäude ist auf einem zwei Meter hohen Fundamentrost gegründet. Das EG befindet sich eineinhalb Meter über der überschwemmungsgefährdeten Uferpromenade und liegt somit außerhalb des maximalen Hochwasserstandes. Die beiden Stirnseiten der als Rhomboid entworfenen Gebäudeskulptur neigen sich um 25° zum Eingang der Stadt. Dem Gebäude verleiht dies einen standortbezogenen, maritimen Charakter. Großformatige, teilweise geschossübergreifende Glasfassaden lassen den Bau nahezu schwebend erscheinen.

Die wasserseitige Fassade wird von zwei statisch begründeten Diagonalen dominiert, die die Lasten der stützenlosen Auskragung ableiten. Die daraus resultierenden dreieckigen und trapezförmigen Fenster erhöhen die dynamische Anmutung vor allem der hafenseitigen Ansicht. Signalwirkung entfaltet der Solitär wegen seiner einfachen, leicht zu erfassenden geometrischen Figur, die in einer zurückhaltenden, vereinheitlichenden Materialsprache realisiert ist. Die rauen Putzflächen, die mit einer UV - und witterungsbeständigen metallischen Schlussbeschichtung versehen wurden, lassen den Baukörper je nach Tageszeit und Sonnenstand in einem variierenden Glanzgrad und Farbton erscheinen. Das Kopfgebäude bietet rund 2.500 m2 Büro- und Praxisflächen, die effizient über einen Gasbrennwertkessel beheizt werden. Die Kühlung erfolgt mittels einer als angenehm empfundenen Betonkerntemperierung und einer Wärmepumpe, die dem Grundwasser Energie entzieht.

www.ingenhoven-architekten.com
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Holger Knauf
www.holgerknauf.de