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Der Koch, das Inventar und das Licht

Das Anthony's in Meerbusch vereint eine Kochschule mit einem Restaurant

Gute Ideen werden manchmal aus guten Gelegenheiten geboren. So erging es dem ghanaisch-deutschen... mehr

Gute Ideen werden manchmal aus guten Gelegenheiten geboren. So erging es dem ghanaisch-deutschen Koch Anthony Sarpong, der günstig an das gesamte, vollkommen neuwertige Inventar einer Kochschule kommen konnte – sogar samt Raum: Konzipiert war die Kochschule für eine alte Gaststätte in Meerbusch. Da Sarpong aber nicht nur unterrichten, sondern auch für Gäste kochen wollte, kam der Düsseldorfer Architekt Ben Dieckmann ins Spiel, der die Räumlichkeiten des Speiselokals optimieren und mit einem unverwechselbaren Interieur versehen sollte.

Anstatt die Kochschule in dem größten Raum der Gaststätte unterzubringen, wie es ein erstes Vorkonzept der Kochschule vorgesehen hatte, gelingt es dem Architekten, die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten nutzungsorientierter zu organisieren. Durch einen geschickten Durchbruch in einer fast 5 m langen, nur vermeintlich tragenden Trennwand wird es möglich, einen kleineren Hinterraum für die Schule nutzbar zu machen. Hierdurch kann der große, weitläufige Gastraum entstehen, der geschlossene Veranstaltungen mit bis zu 70 Gästen zum gesetzten Essen ermöglicht. Der Raum kann aber noch mehr: Durch flexibel einhängbare Akustikpaneele können Kochschule und Restaurant voneinander getrennt und im Parallelbetrieb zeitgleich benutzt werden.

Betreten wird das denkmalgeschützte Ziegelgebäude, das immer schon eine gutbürgerliche Gaststätte beherbergte, von der Straße aus über einen Freibereich, der charakteristisch von einer großen Kastanie dominiert wird. Wesentlich für die Gestaltung des Innenraumes war Dieckmann vor allem das Beleuchtungskonzept: „Der Tisch als der Ort der Versammlung muss der hellste und wichtigste Punkt im Raum sein”, ist er überzeugt und fügt an: „So stimmungsvoll auch Kerzen sind – sie sind letztlich immer auch nur ein Ausdruck des Scheiterns.” Pendelleuchten hängen deshalb von den Decken über den Tischen herab, die wiederum aus altem, umgeschreinerten Teak-Holz gefertigt wurden. Aber auch der dunkle, fast schwarze Anstrich der Decke und die Fassung der Wände in einem leuchtenden Dunkelblau tragen diesem Konzept Rechnung und erschaffen dabei gleich noch eine charakteristische, wiedererkennbare Identität des Restaurants.

Ansonsten arbeitet der Innenraum – so gut wie denkbar, so weit wie machbar – mit dem Charme des Vorgefunden-Vorhandenen. Das schönste Erlebnis bei der Renovierung war dabei der alte Holzboden, der liebevoll ergänzt und repariert wurde. Von den Pitchpine-Dielen hatte der Zahn der Zeit nicht mehr viel übrig gelassen, sie wirkten dunkel und dreckig. Umso erfreulicher war die Entdeckung nach dem Schleifen und Lackieren: Ein wunderbarer honigfarbener Ton mit einer anschaulichen Maserung verleiht dem blauen Gastraum einen starken komplementären Akzent.

www.anthonys-kochschule.de
www.bendieckmann.com

Innenarchitekten: Ben Dieckmann architect www.bendieckmann.com Fotos: Tanja Borgschulte... mehr

Innenarchitekten:

Ben Dieckmann architect
www.bendieckmann.com

Fotos:

Tanja Borgschulte Photography
www.tanja-borgschulte.de