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Das Alte im Neuen erhalten

Umbau eines Stadthauses in Oberkassel

Die Lage nicht weit vom Kaiser-Friedrich-Ring und den Rheinwiesen ist erstklassig, das... mehr

Die Lage nicht weit vom Kaiser-Friedrich-Ring und den Rheinwiesen ist erstklassig, das Stadt­haus, das auf dem Gartengrundstück steht, ein ortstypischer Backsteinbau aus den 1930er-Jahren. Leider war von der Originalsubstanz nur noch wenig erhalten – in den 1950er-Jahren musste das Haus eine Modernisierung über sich ergehen lassen, die ihm nicht gutgetan hatte: Ein Nachbar und der eigene falsch orientierte Anbau verschattete die Innenräume, horizontal geführte Fenster verzerrten die Proportionen der Fassade. Über Komplettabriss und Neubau wurde nur kurz­zeitig nachgedacht: „Wir waren uns hier mit dem Bauherrn einig, dass die dem Alten innewohnende historische Präsenz lohnend war, geborgen und eingebunden zu werden,“ erinnert sich der Architekt Gereon Hecker. „Das Alte hat einen besonderen Wert, der nicht neu zu erschaffen ist.“

Die Architekten entwarfen die Rückfront komplett neu. Der hintere Teil des Hauses musste daher abgerissen werden. Ein L-förmiger Baukörper wurde an der Rückseite über drei Etagen geführt bis hinunter zum Souterraingeschoss, das direkt an das Niveau des alten Gartens anschließt. Breite, vertikale Fensterfronten lassen viel Tageslicht in die mit unterschiedlich breiten Eichendielen ausgelegten Räume. Bereits vom Eingang aus eröffnet sich der Panoramablick in den Garten und den alten, benachbarten Park dahinter. Alle Räume wurden in ihren Funktionen neu organisiert: Im Erdgeschoss befinden sich das weitläufige Wohn- und das Esszimmer sowie der über eine doppelte Schiebe­tür separierbare Küchenbereich. Im Souterrain darunter liegt ein Gästeappartment, das auch als Mehrzweck-Spielzimmer dient. Im 1. OG befinden sich die Kinderzimmer mit eigenem Bad sowie ein Arbeits- und Musikzimmer. Das Dachgeschoss, das Dank der beidseitigen Erweiterung durch große Dachgauben zu einem Attikageschoss ausgebaut werden konnte, nimmt ein großes Badezimmer mit separater Dusche, eine von Dachfenstern effektvoll belichtete zentrale Ankleide sowie das Elternschlafzimmer mit einer direkt vorgelagerten großen Dachterrasse auf. Miteinander verbunden sind die Etagen über den alten, wunderbar gewundenen Treppenlauf, der weitgehend in seiner Originalsubstanz belassen werden konnte.

Die ungezwungene Symbiose zwischen Alt und Neu erreichten die Architekten durch die Adap­tion der üppigen Volumen und Proportionen des Bestands. Details wie die sehr eigenwilligen Stuckleisten der Decken wurden komplett erhalten und im Anbau wieder aufgegriffen. Neue Elemente wie Türen und der an zentraler Stelle eingefügte Kamin im Wohnzimmer antworten in ihrem Duktus und ihren Proportionen auf das Vorhandene, ohne allerdings den Bestand stilistisch imitieren zu wollen. Die Fassade zur Straße wurde korrigiert und passt heute wie aus einem Guß zum gartenseitgen Anbau. Die Fenster­öffnungen sind so vereinheitlicht und vertikalisiert, dass nun ein stringentes Proportionssystem ablesbar wird. Im Zusammenspiel mit der schieferschwarzen Holzverkleidung der Gauben, Holzfaschen und -profile der Fenster besticht die Backsteinfassade nun durch ihr klar konturiertes, selbstbewusstes Gesicht.

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Architekten: Hecker Architekten www.hecker-architekten.de Fotos: Hecker Architekten... mehr

Architekten:

Hecker Architekten
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Roh-/Trockenbau und Malerarbeiten:

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Dielen:

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Schreiner (Bibliothek):

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