Architektur in Artikel
Kategorie
Themen
Interior in Artikel
Themen
Kategorie
Garten in Artikel
Themen
Kategorie
Spezial in Artikel
Kategorie

Wo ist die Druckerpresse?

In einer alten Druckerei wird gewohnt und gearbeitet

In einer alten Druckerei wohnen, essen und schlafen? Da muss schon jemand Mut und... mehr
In einer alten Druckerei wohnen, essen und schlafen? Da muss schon jemand Mut und Vorstellungskraft haben, der sich auf so ein Projekt einlässt. Gut, dass es Liebhaber solcher außergewöhnlichen Immobilien gibt, die sich auf das Unterfangen der Umnutzung in ein Wohngebäude einlassen. Es verwundert nicht, dass der Umbau der alten Druckerei in der Karl-Kunger-Straße ein Baugruppenprojekt ist. Immer öfter schließen sich junge Architekturbüros in der Hauptstadt zusammen, um originelle Gebäude zu akquirieren, die dann eine andere Nutzung bekommen und zu Eigentumseinheiten werden.

Besonderheit bei der Umnutzung der Druckerei ist, dass die einzelnen Einheiten nach Einbau von Treppenhaus und Sanitärsträngen sowie der Sanierung der Fassade an die Eigentümer übergeben wurden. Wohnen und Leben war zu diesem Zeitpunkt noch nicht angesagt. An dieser Stelle kam dann das junge Berliner Architekturbüro studioinges zum Einsatz, das den Umbau der Fabriketage zu einem Wohn- und Büroloft fertigstellte. Der Wunsch des Eigentümers ist natürlich gewesen, den industriellen Charakter des Innenraumes zu erhalten. Er wollte das Loft zum Wohnen und Arbeiten gleichermaßen nutzen. Der offene Raum mit den großen Industrieverglasungen auf beiden Seiten sollte dabei erhalten bleiben. Zudem sollte er aber auch private Rückzugsbereiche bieten.

Mit diesen Vorstellungen war der Bauherr bei den Architekten an richtiger Stelle, die mit Eifer und innovativen Vorschlägen ein beispielhaftes Ergebnis realisierten. Den Mittelpunkt bildet der durchgesteckte Wohn- und Arbeitsbereich, der sich bei Bedarf durch eine große transluzente Falt-Schiebe-Wand trennen lässt. So kann der offene Charakter des Raumes trotz der unterschiedlichen Nutzungen erhalten werden. Küche, Abstellraum und Garderobe sind in einer eingestellten Box untergebracht, über die der Raum hinwegfließen kann. Im hinteren Teil des Lofts befindet sich der private Rückzugsbereich mit zwei Schlafräumen sowie einem dazwischenliegenden Bad.

Die Wahl der Materialien unterstützt den industriellen Charakter ebenfalls. Die eisernen Stützen und die Kappendecke sind weiterhin sichtbar und prägen den Raum erheblich. Passend dazu wurde auf dem Boden ein hochfester Magnesia-Estrich gegossen, der sich dadurch auszeichnet, dass er in großen fugenfreien Flächen verlegt werden kann, sehr robust ist und mit seiner natürlichen Oberflächigkeit den industriellen Charakter betont. Im Badezimmer haben Boden und Wände einheitlich eine leuchtend gelbe Beschichtung erhalten. Die alten Mauerwerkswände wurden verputzt und angestrichen. Die Stahlstützen und Stahldeckenträger mussten mit einer Brandschutzbeschichtung versehen werden, anschließend wurden sie lackiert. Rundum betrachtet lässt es sich schön leben auf dieser Fabriketage.

www.studioinges.de
Architekten: studioinges www.studioinges.de Fotos: Maximilian Meisse www.meisse.de mehr

Architekten:

studioinges
www.studioinges.de

Fotos:

Maximilian Meisse
www.meisse.de