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Verzicht auf Inszenierung

Friseurladen in Mitte setzt auf klare Architektursprache und zurückhaltendes Farbkonzept

Das vom Architekturbüro David Meyer geplante Projekt des Friseurladens „Ayfer“ in Berlin hatte... mehr

Das vom Architekturbüro David Meyer geplante Projekt des Friseurladens „Ayfer“ in Berlin hatte seinen Ursprung bereits im Jahr 2001. Der Laden war zunächst in der Neuen Schönhauser Straße in Mitte beheimatet. David Meyer war damals für dessen Innenarchitektur verantwortlich. Nach einer Mieterhöhung entschloss sich die Inhaberin, einen neuen Standort für ihr Geschäft zu suchen. Der Umzug erfolgte Anfang des Jahres 2011 in die nicht weit entfernte Max-Beer-Straße.

Die vorgefundene Situation in den Räumlichkeiten der ehemaligen Kneipe „Erdbeere“ war äußerst verbaut. „Wir mussten in dem labyrinthischen Durcheinander erst einmal Klarheit schaffen“, berichtet David Meyer. Das Grundkonzept einer möglichst einfachen Architektursprache des alten Ladens sollte dabei erhalten bleiben und möglichst viele Elemente übernommen werden. „In einem Friseursalon findet dauernd Bewegung statt, wird mit vielen Farben und Formen gearbeitet“, erklärt Meyer. „Deshalb wollten wir auf eine zusätzliche Inszenierung verzichten und einen möglichst neutralen Hintergrund schaffen.“ Als großflächiger Schriftzug auf der Hausfassade empfängt der Name des Ladens den Besucher schon vom Weiten. Er scheint aus der Fassade hervor zu treten und leitet als Wandrelief den Kunden im hell erleuchteten Entree zum Em­pfang. Zur Straße hin entstand ein großer Raum mit viel Licht. Ein Durchbruch erschließt den hinteren Bereich der Räumlichkeiten komplett neu. In der Mitte des Ladens platzierte der Architekt einen Kern, in dem Nebenräume wie WC, Farbabteilung und Garderobe untergebracht sind. Alle Oberflächen im dunkel gehaltenen Inneren dieses Kerns sind anthrazit gestrichen, die Außenhaut und die umgebenden hellen Räume hingegen erstrahlen in Weiß. Ein elastischer Boden aus schwarzem Linoleum zieht sich als verbindendes Element durch alle Räume. Für den Wartebereich fand der Architekt eine ebenso einfache wie funktionelle Lösung. Er senkte die Fensterbänke ab und stattete sie mit Kissen aus. „Wir brauchen so keinen Platz für zusätzliche Möbel“, erklärt Meyer.

Die Bedeutung des Namens Ayfer – türkisch für Mondschein – hat maßgeblich das Lichtkonzept des Ladens beeinflusst. Im hinteren Raum und im Inneren des Kerns sind aus Australien importierte Leuchten des alten Ladens in die Decke integriert. Deren weicher Lichtverlauf erinnert an sanftes Mondlicht. Der Architekt ergänzt diese im straßenseitigen Raum mit einer Lichtdecke aus preiswerten Leuchtstoffröhren. Diese Art der Beleuchtung hat Tageslichtqualität und ermöglicht ein schattenfreies Arbeiten. Wandbreite Spiegel sorgen für großzügige Raumeindrücke und ergänzen durch ihre warme Hintergrundbeleuchtung dezent das Lichtkonzept. Die noble Einfachheit der Innenarchitektur des Ladens korrespondiert mit den revolutionären Ideen des Friseurs Vidal Sassoon, bei dem Ayfer ihren Meister zur Hairstylistin gemacht hatte.

Der Brite Sassoon entwickelte in den sechsziger Jahren in London den „geometrischen Stil“. Er brachte die Haare alleine durch den Schnitt in Form und interessierte sich leidenschaftlich für Architektur. Das puristische Raum,- Licht- und Materialkonzept konzenzentriert sich ganz auf die Erfordernisse des Friseurbetriebes und repräsentiert den sowohl handwerklich als auch künstlerisch geprägten Stil der Inhaberin.

www.davidmeyer.de

Innenarchitekten: David Meyer Büro für Architektur und Design www.davidmeyer.de Fotos:... mehr

Innenarchitekten:

David Meyer Büro für Architektur und Design
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Fotos:

Benno Kraehahn
David Meyer