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Stadt im Kleinen

Vielseitiges Miteinander unter einem Dach: Stiftungshaus am Prenzlauer Berg

Inzwischen ist sie fast so etwas wie ein Markenzeichen der Gebäude von Kaden und Partner... mehr

Inzwischen ist sie fast so etwas wie ein Markenzeichen der Gebäude von Kaden und Partner Architekten: Die strahlend weiße Putzfassade, die, um zeitgenössische Elemente angereichert, anknüpft an die architektonische Sprache der klassischen Moderne. Das unlängst fertig gestellte Haus c 13 – für Christburger Straße 13 – schließt eine Baulücke im gründerzeitlichen Block, wie schon das erste, 2008 als Holzkonstruktion errichtete Stadthaus. Zwischen beiden Projekten liegen sechs Jahre, in denen sich das Team um Tom Kaden Renomée im Holzbau erwarb und an einer Reihe von Bauten die technischen und gestalterischen Möglichkeiten dieser Technologie ausloten konnte.

In dem – noch in der Bürokonstellation Kaden + Klingbeil Architekten – für die Evangelische Stiftung Bildung Werte Leben errichtete Gebäude am Prenzlauer Berg wird nicht alleine gewohnt: Auf sieben Stockwerken finden sich neben Miet- und Eigentumswohnungen, eine Kinderarzt- und Hebammenpraxis, ein Zentrum für Physio- und Ergotherapie, ein Künstleratelier, Büroflächen, ein Familienzentrum, ein Café, Veranstaltungsflächen und eine Kindertagesstätte. Im Gebäude sind verschiedene Angebote der Lern-, Lebens- und Gesundheitshilfe gebündelt, von der Familienberatung bis zur Hilfe beim Berufseinstieg für junge Menschen. Dieses auf kurzen Wegen verbundene Miteinander von Wohnen, Arbeit und sozialen Einrichtungen, urbane Mischung im Kleinen, war ein Ziel des Bauherren. Dieser soziale Anspruch verrät noch nichts über die architektonischen Qualitäten des Gebäudes.

Mit ihrem Entwurf für das dicht umbaute, nur 13 Meter breite, aber 47 Meter tiefe Grundstück gelang den Architekten das Kunststück, aus schwierigen Randbedingungen das Bestmögliche zu machen. Denn die Straßenfassade weist nach Nordosten und zur Rechten grenzt das Gebäude direkt an die 22 m hohe Brandmauer des Nachbarhauses. Licht kann also nur von der Straßenseite, von Osten sowie von oben in die Innenräume gelangen. Auf diese Situation reagierten die Architekten mit einem zur Blockinnenseite mehrfach abgestuften Baukörper, der um einige Meter von der östlichen Grundstücksgrenze zurückspringt und zudem über geschickt angeordnete interne Höfe und Lichthöfe verfügt. Somit ist der eigentliche Baukörper nur rund 10 Meter breit; in der drei Meter breiten Fuge an der Ostseite ist – abgekoppelt vom Hauptbaukörper – das als Stahlbetonkonstruktion errichtete Treppenhaus eingefügt. Eine zweite, als Stahlkonstruktion errichte Treppe befindet sich an der Hofseite, auf Höhe der 2. Etage verbindet ein schwebender Gang beide Aufgänge.

Die fünf großen Wohnungen befinden sich an der Straßenseite. Ihre großformatigen, wie geöffnete Schubladen aus der Front tretenden Fenster rhythmisieren die Fassade. Praktischer Nutzen der Erker mit ihrer Übereck-Verglasung ist es jedoch, Nachmittagslicht in die Wohnungen zu führen. Energetisch erfüllt das Gebäude die Standards eines Effizienzhauses 40. Auch konstruktiv folgte man ökologischen Kriterien, so verzichteten die Planer auf den Einsatz von chemischem Holzschutz und Dampfsperren aus Kunststoff. Durch ein ganzheitliches, individuell zugeschnittenes Brandschutzkonzept und in F90 feuerbeständig ausgeführte tragende Bauteile genügt der Neubau den rechtlichen Anforderungen für ein öffentlich genutztes Gebäude dieser Größe und Höhe.

www.kadenundpartner.de

Architekten: Kaden und Partner www.kadenundpartner.de Fotos: Bernd Borchardt... mehr

Architekten:

Kaden und Partner
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Fotos:

Bernd Borchardt
www.berndborchardt.de