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Spiel mit dem Licht

Bei der Gestaltung des neuen Delphi Lux Kinos am Bahnhof Zoo dominieren Farben und Licht

Nach dem großen Kinosterben am Kudamm hat im September des letzten Jahres mit dem Delphi Lux... mehr

Nach dem großen Kinosterben am Kudamm hat im September des letzten Jahres mit dem Delphi Lux tatsächlich wieder ein Kino eröffnet. Betreiber ist die York Gruppe, die in direkter Nachbarschaft bereits ihr Flagschiff, den Delphi Filmpalast am Zoo, betreibt. Das neue Kino ist als Arthouse konzipiert. Dort laufen unabhängige Produktionen, Originalversionen oder Dokumentationen, ebenso werden Festivals veranstaltet.

Die sieben neuen Räume befinden sich auf einer Fläche von 1.700 m² im Erdgeschoss eines Hotelbaus in der Fußgängerpassage „Yva-Bogen“ zwischen der Kant- und der Hardenbergstraße. Für die technische Planung war der Architekt Stefan Gessler verantwortlich, die Neugestaltung der Räume übernahm das Büro Batek Architekten + Ester Bruzkus Architekten. Die Erdgeschossräume des Bestands waren komplett verglast, was für den Betrieb eines Kinos vollkommen ungeeignet ist. Die Architekten haben die Räume deshalb zunächst komplett entkernt. Das zentrale Foyer erhielt einen Kassentresen mit Wandverkleidung aus petrolblau lackiertem OSB. Auf einer Sitzlandschaft mit rosafarbenen Bezugsstoff dürfen die Besucher es sich bis zum Filmstart bequem machen. Beidseitig zum Foyer stellten die Architekten unterschiedlich große Raumboxen ein. Jede der dadurch neu entstehenden Säle ist von den Wänden und Decke über die Vorhänge und Sitzbezüge in eine andere, einheitliche Farbe getaucht. Zusätzlich erhalten die Boxen von außen eine unverwechselbare Identität. Der Saal neben der Bar ist mit grob gestrichenen Holzschindeln in verschiedenen Rosetönen belegt, ein weiterer Saal erinnert mit seiner Astkiefer-Verkleidung und den aufgesetzen Leisten an die Rückseite einer Bühnenkulisse. Ebenso finden sich Wandverkleidungen aus transluzenten Doppelstegplatten.

Zusätzlich setzen die Architekten bei ihrem Gestaltungskonzept auf das Element Licht. An den Decken und Wände montieren sie steuerbare RGB-LED Lichtbänder und formen diese zu geometrischen Mustern wie Linien, Rechtecken, Zacken oder Strahlen. Dank der Lichttechnik können die Säle in unterschiedliche Stimmungen versetzt werden. Durch die polygonale Anordnung der Lichtlinien entsteht der Eindruck, dass die Grenzen des Raumes sich auflösen. Der Besucher erlebt aufgrund der ungewöhnlichen Raumgestaltung eine Illusion, die sich auf der Leinwand fortsetzt.

www.esterbruzkus.com
www.batekarchitekten.com

Architekten: Batek Architekten + Ester Bruzkus Architekten www.esterbruzkus.com... mehr

Architekten:

Batek Architekten + Ester Bruzkus Architekten
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Fotos:

Marcus Wend
www.marcuswend.com