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Speisen im alten Kohlenkeller

Eine Mensa für die Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule in Pankow

Als der Berliner Senat zum Schuljahr 2010/2011 die Schulstrukturreform beschloss, hatte das auf... mehr
Als der Berliner Senat zum Schuljahr 2010/2011 die Schulstrukturreform beschloss, hatte das auf viele Schulen auch bauliche Auswirkungen. Denn im Zuge der Reform fördern die Politiker Ganztagsschulen – und solche Schulen brauchen eine Mensa, für die erst einmal geeignete Räumlichkeiten geschaffen werden müssen. Eine außergewöhnliche Lösung dafür fand sich bei der Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule in Pankow. Diese besteht aus zwei denkmalgeschützten Teilen, nämlich einem 1916 von Ludwig Hoffmann errichteten Gebäude und einem Fünfziger-Jahre-Bau.

Den Heizungs- und Kohlekeller dieses Nachkriegsbaus haben Numrich Albrecht Klumpp Architekten in eine Mensa verwandelt, in der 60 Schüler zu Mittag essen können. Möglich wurde dies, weil der Keller seine ursprüngliche Funktion verloren hat und sich von der Größe und Lage her gut für die neue Nutzung eignet.

Erschlossen wird die Mensa über einen neu angelegten Tiefhof, der mit seinen breiten Betonstufen räumlich in den Schulhof ausgreift. Hinter der verglasten Front mit ihren großen Türen erstreckt sich die großzügige Mensa, die auf unterschiedlichen Ebenen zwei Speiseräume und eine dazwischen liegende Galerie umfasst. Platz ist auch für eine Küche, in der die Speisen vorbereitet werden. Belichtet wird der einstige Keller über die breite Eingangsfront und zusätzlich über ein Oberlicht. Dieses konnte angebracht werden, weil sich nur ein Teil der Mensa unter dem Bestandsgebäude befindet, während ein anderer Teil in den Innenhof hineinragt. Im Inneren der Mensa halten Backsteinwände die Erinnerung an die einstige Nutzung des Raumes wach. Kontrastiert wird diese raue Materialität durch neue Sichtbetonwände und eine filigran wirkende Konstruktion aus Holzlamellen an der Decke.

Dabei entschied sich Projektleiter Tiemo Klumpp für eine sichtbare Struktur aus sägerauen Brettern, mit der gestalterischen Idee durch ein warmes, lebendiges Material die vorhandene Substanz zu ergänzen und abzurunden. Eine auf Vlies aufgelegte Dämmeinlage verbessert die akustischen Eigenschaften der Decke. Genutzt werden kann die neue Raumsituation nicht nur zur Essenszeit: Die breiten Treppenstufen zum Tiefhof eignen sich auch als Sitzgelegenheiten, so dass die Schule dank der 2012 abgeschlossenen Baumaßnahme nicht nur einen zusätzlichen Aufenthaltsort sondern auch ein Forum für Theateraufführungen erhält.

www.numrich-albrecht.de


Architekten Numrich Albrecht Klumpp www.numrich-albrecht.de Fotos Nina Straßgütl... mehr

Architekten

Numrich Albrecht Klumpp
www.numrich-albrecht.de

Fotos

Nina Straßgütl
www.ninastrg.de