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Spannender Mix

Mehrgeschossbau am Prenzlauer Berg realisiert eine Mischnutzung von Wohnen und Supermarkt

Vor rund dreieinhalb Jahren begannen deluse architects mit der Planung des mehrgeschossigen... mehr

Vor rund dreieinhalb Jahren begannen deluse architects mit der Planung des mehrgeschossigen Wohngebäudes am Prenzlauer Berg. Der Besitzer des Grundstücks – der Discounter Lidl – wollte anfangs nur einen eingeschossigen Bau zur Eigennutzung errichten. Ebenso gab es Pläne, auf dem Supermarkt ein Parkhaus zu bauen. Das Bauamt lehnte aufgrund der gründerzeitlichen Nachbarschaft beide Vorhaben ab. Lidl verkaufte deshalb das Grundstück und sicherte sich dabei die Option auf einen Mietvertrag. Der Investor realisierte den Plan, neben dem Supermarkt auch Wohnungen zu bauen. Solche Mischnutzungen sind in Berlin mittlerweile auch anderorts entstanden. Der Berliner Senat sieht darin ein wirksames Instrument gegen die Wohnungsnot. Bausenatorin Katrin Lompscher hat deshalb in diesem Jahr erstmals einen eigenen „Supermarkt-Gipfel“ veranstaltet. Experten rechnen damit, dass durch die Überbauung nur eingeschossiger Supermärkte in Berlin 30.000 bis 40.000 neue Wohnungen enstehen können.

Das Projekt am Prenzlauer Berg ist ein Beispiel dafür, wie Architekten die von politischer Seite gewollte Nutzmischung praktisch umsetzen. Die gesamte Logistik des Supermarks vollzieht sich unsichtbar. Am Morgen fahren die LKW durch ein schallgedämmtes Tor in das Gebäude hinein. Hinter dem Tor findet die komplette Anlieferung statt. Ebenso steht hier die Papierpresse für die Entsorgung des Verpackungsmaterials. Die darüber liegenden Wohnungen bleiben so vollkommen ungestört. Insgesamt sind zusätzlich zu dem Supermarkt 41 Wohnungen mit großzügigen Terrassen und Dachgärten entstanden. Das gesamte Grundstück ist fast zu 100 Prozent überbaut und erreicht somit innerstädtisch eine beispielhafte Verdichtung.

Neben dem Vorderhaus zur Prenzlauer Allee schaffen die Architekten zwei begrünte Hofsituationen. Den ersten Hof bildet das Dach des Lidl Marktes. Die seitlichen Brandwände der Nachbargebäude bleiben nicht ungenutzt, dort sind für jede der Wohnungen großzügige hängende Gärten entstanden. Mit dem zweiten Hof verliert der Baukörper seine Strenge. Die Architekten planen Balkone, Terrassen und Versprünge in der Fassade. Die Sicht ist frei und fällt auf das Grün des gegenüberliegenden Spielplatzes. Das gesamte Projekt stellt eine Alternative zu einer konventionellen, monothematischen Bauweise dar. Es mischen sich nicht nur Gewerbe und Wohnen, in den unterschiedlichen Gebäudeabschnitten finden sich ebenso ganz unterschiedliche Wohnungstypen. Die Architekten bedienen damit nicht nur die Wohnbedürfnisse einer einzelnen Gruppe, sondern die von Familien, Paaren und Singles gleichermaßen.

www.delusearchitects.com/de

Architekten: deluse architects www.delusearchitects.com/de Fotos: Branislav Jesic mehr

Architekten:

deluse architects
www.delusearchitects.com/de

Fotos:

Branislav Jesic