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Party im Hof

Internetgigant Zalando inszeniert die neuen Räume seines FashionHubs jung und trendbewusst

Der Online-Shopping-Riese Zalando ist als Bauherr in Berlin eine feste Größe. Derzeit ist das... mehr
Der Online-Shopping-Riese Zalando ist als Bauherr in Berlin eine feste Größe. Derzeit ist das Unternehmen noch an drei Standorten in der Stadt verteilt. Zalando wächst weiter und baut an der East Side Gallery bereits seine neue Unternehmenszentrale. Auf der lange Zeit umkämpften Cuvrybrache in Kreuzberg ist zusätzlich ein Campus mit 34.000 m2 Bürofläche geplant.

In der Bahnhofstraße in Friedrichshain hat das Online-Unternehmen in der ehemaligen Betriebsstätte der Firma Knorr Bremse derzeit seinen FashionHub untergebracht. Das Architekturbüro Bruzkus Batek konzipierte dort einen vielseitig nutzbaren Ort mit Kantine und angegliederter Terrasse im Hof. Der Hub, der zentrale Eventraum mit circa 650 m2, dient als kreativer Inkubator. In den Show-Boxen präsentiert das Unternehmen neue Modekollektionen. Jede der Kuben ist in einer anderen Materialität gehalten: Aluminium, Kupfer, Fliesen oder transluzente Doppelstegplatten. Deren Präzision steht im Gegensatz zur eher rauen Industrieatmosphäre des umgebenden Raumes. Dort sind alle Leitungen komplett offen geführt, ebenso bleiben die Unterkonstruktionen sichtbar. Als weitere Präsentationsfläche gibt es einen Lauftsteg mit dazugehöriger, aus OSB-Platten gefertigter Tribüne. In der Kantine treffen sich die rund 300 Mitarbeiter zum Lunch oder Kaffee. Die raumgreifende Holzrahmenkonstruktion mit Bänken aus OSB-Platten steht im Zusammenspiel mit den vielen unterschiedlichen Stuhlmodellen und den gefliesten Sitznischen. Auf der Terrasse im Innenhof bilden zwei ineinander verschachtelte Häuser auf Holzpodesten mit einem kleinen leuchtend gelb gestrichenen Gartenhäuschen die erweiterte Schönwetter-Kantine. Die Fläche ist üppig begrünt und lädt im Sommer dazu ein, nach getaner Arbeit dort auch Parties zu feiern. Die Fenster zur belebten neuen Bahnhofsstraße wurden mit dahinter liegenden Schaukästen versehen. Strenges Neonlicht unterstreicht den Galeriecharakter, während partiell Ausstellungsstücke und Flächen durch weiches, warmes Licht akzentuiert werden.

Die Architekten arbeiten mit einer Vielzahl unterschiedlicher Farben und Materialien, was einen Bezug zur Arbeitsweise in der Mode herstellt. Sie erzeugen eine insgesamt freundliche Atmosphäre, die in spannendem Kontrast zur industriellen Anmutung des Backsteingebäudes tritt. Die Gestaltung wirkt mit den freihängenden Glühbirnen und Grünpflanzen oder auch den Stühlen des angesagten Herstellers Hay trendbewusst. Die Stimmung ist kein bisschen gediegen, sondern erinnert an die von Festivals wie „Ventura Lambrate“, wo während der Mailänder Möbelmesse die jungen wilden Nachwuchsdesigner ihre Entwürfe präsentieren.

www.bruzkusbatek.com
Architekten: Bruzkus Batek www.bruzkusbatek.com Fotos: Jens Bösenberg mehr

Architekten:

Bruzkus Batek
www.bruzkusbatek.com

Fotos:

Jens Bösenberg