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Markanter Ort

Wohn- und Gewerbebau interpretiert die Gestaltungssatzung für den ehemaligen Mauerstreifen

Das Wohn- und Geschäftsgebäude „Brunnen 49“ markiert den baulichen Auftakt der Gedenkstätte... mehr

Das Wohn- und Geschäftsgebäude „Brunnen 49“ markiert den baulichen Auftakt der Gedenkstätte „Berliner Mauer“, die sich über 1,4 km entlang der Bernauer Straße erstreckt. Aufgrund seiner exponierten Lage ist das Haus unter einer Vielzahl von Vorgaben entstanden. Das Land Berlin hat für die Bebauung des ehemaligen sogenannten Todesstreifens eine umfangreiche Gestaltungssatzung erarbeitet. Diese regelt unter anderem die Kubatur der Baukörper, Material und Farbton der Fassade, den Verzicht auf Anbauten und einiges mehr.

Das Wohn- und Geschäftshaus steht nicht nur im Kontext der ehemaligen Berliner Mauer, sondern liegt auch an der Brunnenstraße, die aufgrund ihrer Vielzahl von Geschäften einmal „Ku‘damm des Nordens“ genannt wurde. Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes befinden sich deshalb wieder Ladenzonen. Die Wohnungen verteilen sich auf drei Typen: das Studio mit 45 m², das Loft mit 70 m² und die jeweils um einen zentralen, zweiseitig belichteten Wohnraum organisierten Drei- beziehunsgweise Vierraumwohnungen mit 95 und 135 m². Beim Studio als kleinste Wohnform handelt sich um ein nach Südwest gerichtetes Einraumapartment mit abtrennbarem, halbem Zimmer zum Schlafen, kleinem Bad und Küche. Das stützenfreie Loft an der Hausecke wird durch die eingestellte „Sanitärbox“ mit eingelassener Küche und Kleiderschrank gegliedert. Die Dreiraum- beziehungsweise Vierraumwohnungen orientieren sich um einen beidseitig belichteten, durch das Haus gesteckten Wohn-/Essraum. Eine bodentiefe, raumbreite Faltschiebefensteranlage öffnet den Essplatz mit Panoramasicht zum Garten hin. Die Dachgeschosswohnung im obersten Geschoss spannt über die gesamte Grundfläche und wird von einer Dachterrasse nach Osten und einer Aufdachterrasse ergänzt.

Das gesamte Gebäude ist dynamisch entkoppelt, um die Schwingungen des Tram- und U-Bahnverkehr zu reduzieren. Der Keller aus wasserundurchlässigem Beton ist dazu von einer „Gummiwanne“ umschlossen. Das Haus ist als reine Betonkonstruktion geplant. Im Inneren finden sich sichtbar belassene, rohe Ortbetonwände und Halbfertigteildecken. Die Fassade lebt vom Kontrast der gelb/ocker Töne der vorgehängten Klinkerschale zu den anthrazitfarbenen Holz- und Holzwerkstofffenstern. Zur verkehrsreichen Bernauer Straße tritt die Fassade in Form von kleinformatigen, rahmenlosen Fensteröffnungen geschlossen auf. Auf den Querseiten zur Brunnenstraße und zum Grün der Gedenkstätte sorgen breite, querliegende Fensterflächen für viel Helligkeit und schöne Ausblicke.

www.pfeiffer-architekten.de

Architekten: Pfeiffer Architekten www.pfeiffer-architekten.de Fotos: Jens Rötzsch mehr

Architekten:

Pfeiffer Architekten
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Fotos:

Jens Rötzsch