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Frei bespielbar

In den Friedrichstadt-Passagen ist eine großzügige, vielseitig nutzbare Bürolandschaft entstanden

Das im südlichen Teil der Friedrichstadt-Passagen liegende Quartier „The Q“ ist ein Bau des 2007... mehr

Das im südlichen Teil der Friedrichstadt-Passagen liegende Quartier „The Q“ ist ein Bau des 2007 verstorbenen, renommierten deutschen Architekten Oswald Mathias Ungers, entstanden in den neunziger Jahren. Die Blockstruktur des Gebäudeensembles besteht aus sechs Hauskernen mit sich dazwischen aufspannenden Büroflächen. In einer dieser Flächen befindet sich die vom Berliner Architekturbüro de Winder neugestaltete Office-Landschaft für das deutsche Technologie-Unternehmen Nexenio.

Die Architekten entfernten die Bestandswände und lösten so die ursprüngliche konventionelle Zellenstruktur auf. Sie öffneten die Fläche für einen Mix aus Open Space, Einzel- und Doppelbüros sowie angrenzenden Kommunikationszonen. Die zulässige Arbeitsplatzdichte ist bei der Möblierung nicht ganz ausgeschöpft, was die Räume angenehm großzügig wirken läßt. Die raumhohe Verglasung der Einzelbüros sowie der Konferenzräume sorgt für eine transparente Arbeitsatmosphäre. In den offenen Fluren sind gepolsterte Sitznischen untergebracht. Dort können die Mitarbeiter sich zurückziehen oder zu informellen Gesprächen zusammen kommen. Ebenfalls verglaste Telefonboxen sowie offene Quick Meets komplettieren das Raumprogramm. Herzstück des Büros sind die Gemeinschaftsbereiche „Bistro“ und „Design Thinking“, die beide über einen Anschluss an eine Terrasse verfügen. „Design Thinking“ beherbergt ein 15 m langes maßgeschneidertes Einbaumöbel, das sich aus dem Warte- und Garderobenmöbel am Empfang entwickelt und neben der Bibliothek und dem Coffee-Point auch den Stauraum für die lose Möblierung bildet.

Die Flächen im „Design Thinking“ sowie im „Bistro“ können auf vielfältige Weise genutzt werden, ob zum Brainstorming, als Rückzugssort oder zur Kaffeepause. Die Sitzsäcke sowie die Hocker im „Design Thinking“ lassen sich frei platzieren oder auch einfach wegräumen. Die Architekten geben mit dieser Art der Möblierung keine konkrete Nutzung vor, sondern schaffen ein Angebot, die Räume auf vielfältige Weise zu bespielen. Bei der Gestaltung erhalten das Gebäude und dessen Materialität viel Raum. Die Decken sind teilweise freigelegt, ebenso die Stützen. An der Decke sind in einem Raster von 1 x 1 Meter Glühbirnen mit einfacher Porzellanfassung montiert, abgependelt oder in Einbauvariante. Die Zonierung der Arbeits- und Flurbereiche erfolgt alleine über die Deckenverkleidung sowie den Farbwechsel des Bodenbelags. Auf diese Weise werden die Schnittstellen der Zonen klar gekennzeichnet, ohne sie räumlich abzutrennen. Im Kontrast zu der rohen und industriellen Anmutung stehen handwerklich verarbeitet Materialien wie die sauberen, weißen Putzflächen oder das edle Holz beim Eingangstresen. Die Gestaltung bleibt insgesamt mit dem nur punktuellen Einsatz von Farbe sowie der unverfälschten Materialität zurückhaltend. So entsteht eine neutrale Bühne, auf der das Unternehmen eine große Bandbreite an Arbeitsstrukturen inszenieren kann.

www.dewinder.de

Innenarchitekten: deWinder www.dewinder.de Fotos: Mark Seelen www.markseelen.com mehr

Innenarchitekten:

deWinder
www.dewinder.de

Fotos:

Mark Seelen
www.markseelen.com